DRK Güstrow : Rückblick auf eine erfüllte Zeit

Die letzten Arbeitstage nutzt Gert Schmidt, um Janine Kiepura als neue Leiterin des DRK-Hausnotrufs in Güstrow einzuarbeiten.
Die letzten Arbeitstage nutzt Gert Schmidt, um Janine Kiepura als neue Leiterin des DRK-Hausnotrufs in Güstrow einzuarbeiten.

Nach 24 Jahren Tätigkeit für das DRK Güstrow wird Gert Schmidt heute in den Ruhestand verabschiedet.

svz.de von
23. Juni 2016, 05:00 Uhr

Mit einer Feierstunde verabschiedet der DRK-Kreisverband Güstrow heute Gert Schmidt nach 24-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. Sein Name ist eng mit dem Aufbau des Hausnotrufs beim DRK verbunden, für den er in Mecklenburg-Vorpommern und einigen Bereichen in Brandenburg zuständig war. „Am Anfang kam der Notruf nur schwer in Gang. Die ersten Jahre blieben wir konstant bei zwei Anschlüssen, hatten keine Zu- und keine Abgänge“, erinnert sich der 63-Jährige. Um die Jahrtausendwende platzte der Knoten und ab dieser Zeit ging es stetig bergauf. Heute betreut Schmidt 4100 Anschlüsse.


Hausnotruf rettet Leben


„Viele Menschen haben gesehen, dass sich mit dem Notruf Leben retten lassen. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass sich ältere Menschen spät für einen Notruf entscheiden und dadurch unnötige Risiken eingehen“, erzählt Schmidt. Und nennt das Beispiel eines Rostocker Rentners, der sich nach einem Sturz in der Wohnung nicht bemerkbar machen konnte und dem nur dank eines aufmerksamen Briefträgers das Leben gerettet wurde. „Danach brauchte ich keine Überzeugungsarbeit mehr zu leisten. Der Mann wollte den Hausnotruf sofort haben“, erinnert sich Schmidt.

Seine ersten Jahre beim DRK war Gert Schmidt bei der Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien eingesetzt. Zeitweise leitete er als Sozialpädagoge bis zu fünf Heime in Güstrow, Krakow am See und Plaaz. Dieser Teil seiner Biografie schien sich gegen Ende seiner Tätigkeit beim DRK zu wiederholen. Als im Herbst vergangenen Jahres die Flüchtlingszahlen in Deutschland sprunghaft anstiegen, wählte das Innenministerium MV das MAZ-Gelände in Mühlengeez als Notunterkunft aus. Das DRK als Betreiber setzte Schmidt als Leiter ein. „Der Umfang der Aufgabe war nicht zu vergleichen mit der Situation vor 20 Jahren. Zeitweise haben wir über 1000 Flüchtlinge betreut. Über Nacht musste ein Mitarbeiterstamm aufgebaut werden“, erzählt er.


Flüchtlingskrise: bewegte Wochen


So kurzfristig das Lager aus dem Boden gestampft wurde, so schnell leerte es sich auch wieder: Ende September kamen die ersten Flüchtlinge nach Mühlengeez, am 12. November meldete Schmidt die komplette Räumung der Notunterkunft. „Das waren bewegte Wochen, in denen es viel zu organisieren und zu improvisieren gab“, so Schmidt, der von einer erfüllten Zeit im DRK-Kreisverband spricht. Die letzten Arbeitstage nutzt er dazu, seine Nachfolgerin Janine Kiepura als Leiterin des DRK-Hausnotrufs einzuarbeiten.

Langweilen, ist sich Schmidt sicher, werde er sich im Ruhestand nicht. Haus und Hof in Dabel hielten ihn auf Trab und außerdem gehe er mit seiner Frau gern auf Reisen, verrät er seine nächsten Pläne.  

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