reportage : Routinejob mit viel Abwechslung

Immer  dabei: neue Leitpfosten, um gestohlene oder zerstörte zu ersetzen.
1 von 2
Immer dabei: neue Leitpfosten, um gestohlene oder zerstörte zu ersetzen.

Streckenkontrolle auf Land- und Bundesstraßen: fast 300 Kilometern täglich / Probleme durch Beschädigungen und Verkehrsrowdys

svz.de von
31. Juli 2014, 23:30 Uhr

Bei der Straßenmeisterei Güstrow werden täglich einige hundert Kilometer gefahren. Für Mäh- und Instandsetzungsarbeiten ziehen die Mitarbeiter der Güstrower Straßenmeisterei in ihren Spezialfahrzeugen los und sorgen für einen reibungslosen Verkehr. Wichtig ist dabei die Streckenkontrolle. Rolf Ehlert ist seit 24 Jahren bei der Straßenmeisterei und fährt täglich fast 300 Kilometer auf Land- und Bundesstraßen, um nach dem Rechten zu sehen. Um sofort handeln zu können, wenn einmal etwas nicht so ist, wie es sein sollte, hat er das Nötigste an Bord. Er wechselt Glühlampen in Ampeln, ersetzt gestohlene oder kaputte Leitpfosten und hat immer Öl-Bindemittel parat. Die SVZ war gestern bei seiner Tour dabei.


Ausgebremst und Prügel angedroht


Die Tour führt am Vormittag in den Bützower Raum, am Nachmittag geht es über die Bundesstraße 103 nach Laage. „Wir fahren diese Strecke zweimal pro Woche. Einmal beginnen wir in Richtung Bützow, zwei Tage später geht es zuerst nach Laage raus“, erzählt der Straßenwart, schaltet die orange Rundumleuchte an, und los geht’s. Mit der „Aufsichtsgeschwindigkeit“ von 30 km/h fährt Ehlert die Strecke mit kritischem Blick ab. „Eigentlich sind wir immer zu zweit, einer der fährt und einer der guckt. Jetzt in der Urlaubszeit bin ich aber auch mal alleine unterwegs“, sagt der 50-Jährige. „Wir achten auf den Zustand der Fahrbahn, der Leitpfosten und der Bäume. Sperrmüll oder tote Tiere melde ich und räume die Straße davon frei.“ Was machbar ist, erledigt Ehlert sofort. Kaputte Schilder reparieren zum Beispiel. Werkzeug und Material hat er in seinem Transporter immer dabei.

Der Job ist oft nicht einfach. Landwirtschaftsmaschinen beschädigen den Fahrbahnrand oder fahren ganze Reihen von Leitpfosten um. „Dafür werden sie viel zu selten zur Rechenschaft gezogen. Auch dass ich für meine Arbeit langsam fahren muss, verstehen einige nicht, drängeln oder scheren eng vor mir ein. Ich wurde auch schon ausgebremst und dann hat man mir Prügel angedroht“, erzählt Ehlert aufgeregt. Wenn sich viele Fahrzeuge hinter ihm sammeln, hält der Straßenwart in Ausbuchtungen an, um die Autos vorbei zu lassen.

„Zu den ganz speziellen Aufgaben gehört das Beseitigen von ,Riesen-Bärenklau’“, fügt er hinzu: „Die aus Russland eingeschleppte hochgiftige Pflanze muss sofort entfernt werden. Wir tragen dazu einen Vollschutzanzug.“

Rund 90 Prozent seiner Arbeit, sagt Ehlert, sitze er im Auto. „Im Sommer macht einen das manchmal ganz schön k.o.. Nicht mal die Klimaanlage schafft diese Hitze.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen