Güstrow sucht Interessenten für Immobilien : Roten Teppich für Investoren ausrollen

<strong>Wahrlich</strong> kein Aushängeschild für Güstrow sind die heruntergekommen Gebäude an der Gleviner Straße.  Die Uhr tickt unaufhaltsam. Die Nr. 25 (rechts) ist vom Schwamm befallen und vermutlich nicht mehr zu retten. <foto>Foto: Regina Mai</foto>
Wahrlich kein Aushängeschild für Güstrow sind die heruntergekommen Gebäude an der Gleviner Straße. Die Uhr tickt unaufhaltsam. Die Nr. 25 (rechts) ist vom Schwamm befallen und vermutlich nicht mehr zu retten. Foto: Regina Mai

Seit fast 20 Jahren stehen einige Häuser in der Gleviner Straße leer. Vieles hat die Stadt in den vergangenen Jahren versucht. Erfolglos. Jetzt rollt sie den roten Teppich aus, um doch noch einen Interessenten zu finden.

svz.de von
07. Juni 2012, 10:51 Uhr

Güstrow | Seit fast 20 Jahren stehen die Häuser in der Gleviner Straße 23/24 (Einzeldenkmale) in Güstrow leer. Das Nachbarhaus wurde teilweise noch bis 2009 genutzt. Für die Gebäude tickt die Uhr unaufhaltsam. Vieles hat die Stadt in den vergangenen Jahren versucht. Erfolglos. Jetzt rollt sie den roten Teppich aus, um doch noch einen Interessenten für das Trio an der Gleviner Straße zu finden. Den Stadtvertretern liegt auf ihrer Sitzung in der nächsten Woche eine Beschlussvorlage vor, die die Ausschreibung der drei Gebäude zum Verkehrswert (zum Teil 0,00 Euro) vorsieht, einem möglichen Käufer vier Sanierungs- und Nutzungskonzepte unterbreitet und eine Unterstützung durch Städtebaufördermittel zusichert. Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Hauptausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung den Beschluss zu fassen.

Stadt will rasche Sanierung der Gebäude

Vorgesehen ist, den Verkauf bis Ende September auszuschreiben. Für die Nummern 23 und 24 erfolgt dieser mit Sanierungsbindung. Bei der Nummer 25 ist nicht sicher, ob das Gebäude überhaupt erhalten werden kann, ergo wird der Verkauf mit einer Sanierungs- oder Neubaubindung verknüpft. Städtebaufördermittel sollen in Höhe von maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten ausgereicht werden. Und die Stadt drückt auf die Tube. Die Fördermittel sollen 2013/14 zur Verfügung stehen. Vertragliche Vereinbarungen sollen eine rasche Sanierung der Gebäude garantieren.

Vier Planungsbüros in Güstrow hatte die Stadt in einem begrenzten Wettbewerb um ein Sanierungs- und Nutzungskonzept gebeten. Eine Jury sollte auswählen, informierte Andreas Brunotte, stellvertretender Bürgermeister, die Mitglieder des Hauptausschusses. Eine Auswahl sei nicht erfolgt. Man verständigte sich vielmehr darauf, alle vier Konzepte möglichen Investoren zu unterbreiten. Nur so könne man der aktuellen Marktlage gerecht werden, erklärte Brunotte. Zwei der Wettbewerbsbeiträge sehen ausschließlich eine Wohnnutzung vor. In einem dritten Vorschlag ist eine Nutzung als Pension neben der Heilig-Geist-Kirche, die seit Jahren das Norddeutsche Krippenmuseum beherbergt, vorgesehen, dies für alle drei Häuser oder variabel in Kombination mit Stadthäusern zur Wohnnutzung. Vorschlag 4 unterbreitet das Konzept eines Hotels mit Wellnessbereich. Die groben Kostenschätzungen der vier Vorschläge bewegen sich in einer Spannbreite von 1,9 bis 3,4 Millionen Euro.

Findet sich kein Interessent, saniert Stadt selbst

Für den Fall, dass kein Investor den roten Teppich betreten will, obliegt den Stadtvertretern die Entscheidung, dass die Stadt selbst die Sanierung der Häuser in Angriff nimmt und danach die sanierten Gebäude zum Kauf anbietet. Dafür favorisiert die Verwaltung die Verwirklichung des Konzeptes vom Architektenbüro Kruse und Fliege, das eine reine Wohnnutzung vorsieht.

Hinter der Vorgehensweise der Stadt steckt eine gute Erfahrung, die man mit den Giebelhäusern Am Berge gemacht hat. Auch hier waren die drei zusammenhängenden Häuser mit einem Sanierungs- und Nutzungskonzept angeboten worden. Am Berge ist die historische Bausubstanz inzwischen gerettet. Die ersten Wohnungen sind bezogen.

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