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Klinik-Clowns in Rostock : Rote Nasen sind ihr Markenzeichen

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die „Rostocker Rotznasen“ sind seit zehn Jahren in Einrichtungen unterwegs. Der Güstrower Andreas Gottschalk war bei der Gründung dabei.

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erstellt am 12.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Zuerst war die dreijährige Nadine Klettke sehr zurückhaltend, doch schnell fand sie Zutrauen zu den Clowns, die sie in ihrem Krankenzimmer in der Klinik für Kinder und Jugendliche des KMG-Klinikums Güstrow besuchten. Mit Musik, Seifenblasen und Luftballons erfreuten „Lolle“ alias Andreas Gottschalk und „Pampelmusina“ alias Carola Schure am Dienstag die Kinder im Güstrower Krankenhaus. Das tun sie nunmehr seit zehn Jahren als „Rostocker Rotznasen“. Ihr Markenzeichen sind die roten Nasen und natürlich eine eher schlichte Kostümierung. Wenn sie in den Krankenzimmer der Kinderstation unterwegs sind, dann versuchen sie schnell zu erspüren, welche Atmosphäre im Zimmer herrscht und womit der Patient zu begeistern ist und somit auf andere Gedanken kommt.

Der Güstrower Andreas Gottschalk ist Gründungsmitglied der Rotznasen, also von Anfang an dabei. „Begonnen haben wir mit ehrenamtlichen Auftritten, damals haben wir viel Zeit investiert, um Spenden zu sammeln“, erinnert sich der 52-Jährige. Nach und nach sei das Projekt auf professionelle Füße gestellt worden, obwohl auch heute noch viele Spenden notwendig sind, um die Arbeit zu finanzieren. „Doch heute sind wir gut vernetzt und haben eine Koordinatorin, die alle unsere Einsätze koordiniert“, sagt Gottschalk. In Güstrow habe auch Christian Beerbaum, Inhaber eines Sanitätshauses, für einen guten Start gesorgt. „Er hatte damals zu einem Firmenjubiläum für uns eine große Summe gesammelt“, erzählt Clown „Lolle“ .

Neben Einsätzen in Krankenhäusern, monatlich zweimal im Güstrower Klinikum, sind die Clowns auch in Pflegeeinrichtungen unterwegs. Ob Kinder, alte Menschen oder Kranke – immer sind die Rostocker Rotznasen zu zweit in Aktion, um sich Sprüche zuzuspielen und die Betroffenen einen Moment lang vergessen zu lassen, welches Leiden sie haben. Regelmäßig holen sich die Mitstreiter Lehrer in den Verein, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Das ist ihnen genauso wichtig wie das Unterwegssein.

Andreas Gottschalk, der auch als Sozialpädagoge in der Behindertenarbeit tätig ist, freut sich immer wieder auf die Arbeit im KMG-Klinikum. „Es ist ein schöner Beruf, der sehr vielfältig ist“, erklärt er. Jeder Tag verlaufe anders, jede Situation sei anders. „Oft sind es berührende Momente“, erzählt der 52-Jährige, der in der Nähe von Güstrow zu Hause ist.

Die Rostocker Rotznasen sind Mitglied im Dachverband der Clowns in Medizin und Pflege. Dieser führe gerade Gespräche mit dem Krankenkassenverbund, ob es nicht auch von dort Unterstützung für die Arbeit geben könnte. „In anderen Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden wird die Arbeit von Klinik-Clowns sogar staatlich unterstützt“, erzählt Gottschalk. Sein Wunsch für die nächsten zehn Jahre? „Dass es diese Unterstützung hier auch gibt.“

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