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So kreiselts ab Juli rund um Güstrow : Rostocker Chaussee: Baustart im Juli

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Der Startschuss steht bevor: Anderthalb Jahre lang wird die Rostocker Chaussee in Güstrow gebaut. Der Verkehr rollt in dieser Zeit nur in eine Richtung. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens liegen bei 7 Millionen Euro.

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2013 | 07:56 Uhr

güstrow | Mit bangem, aber erwartungsfrohen Blick schaut Jane Weber auf den Mittwoch. Am 27. Februar will der Vergaberat des Schweriner Innenministeriums darüber entscheiden, ob und welcher Höhe der geplante Ausbau der Rostocker Chaussee bezuschusst wird. Auf bis zu 50 Prozent für den städtischen Anteil hofft die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes und sagt beschwörend: "Wir brauchen die Förderung!"

Mit 1 Million Euro, verteilt auf dieses und nächstes Jahr, muss sich Güstrow an dem insgesamt 7-Millionen-Vorhaben des Straßenbauamtes beteiligen, das von der Liebnitzbrücke bis zur Kreuzung Trendelenburgallee/Wolfskrögen reicht (siehe Zeichnung rechts). Die Stadtvertretung hat dafür bereits grünes Licht gegeben (SVZ berichtete). "Wir und die Stadt haben unsere Hausaufgaben gemacht", bestätigt Ronald Normann, Leiter des Straßenbauamtes Güstrow, das für den Bund Straßenbaulastträger ist. Normann hat klare Vorstellungen, wie beim Bau alles ablaufen soll.

Wird also die letzte finanzielle Hürde gemeistert, kommen nach nunmehr dreijähriger Planungsarbeit im Juli die Bagger. Während der gesamten, bis Ende 2014 währenden Bauzeit wird eine außerörtliche Umleitungsstrecke eingerichtet. Quasi im Kreisverkehr geht es dann auf der Landesstraße 14 über Strenz und Schwaaner Straße, Neue Straße und Rostocker Chaussee (siehe untere Zeichnung). In dieser beschriebenen Richtung soll die Baustelle während der gesamten Bauzeit befahrbar bleiben. Stadteinwärts werden in der Rostocker Chaussee je nach Stand der Baustelle immer nur kleine Abschnitte passierbar bleiben. Allein die Passage Prahmstraße-Neukruger Straße soll während der Bautätigkeit für beide Richtungen durchlässig bleiben. Die durchgängige Freigabe in Richtung Innenstadt soll erst nach kompletter Fertigstellung erfolgen.

Aus- und Einfahrt Kessinerstraße erfährt die größte Veränderung

An allen Knotenpunkten, also Kreuzungen und Einmündungen, werden während der Bauzeit Ampelanlagen den Verkehr regeln. "Ziel ist es, so wenig Verkehr wie möglich in die Nebenstraßen zu lassen, um dort ein Chaos zu vermeiden", erklärt Ronald Norman unterschiedliche Beschränkungen bei den Zu- und Abfahrten an den Knotenpunkten mit der Rostocker Chaussee. Dennoch, gibt Normann zu, würden alle Überlegungen der Planer von Unwägbarkeiten nicht frei sein. Grundsätzlich gehen, so Normann, immer zuerst die Stadtwerke, mit rund einer halben Million Euro beteiligt, in die Erde. Sämtliche Ver- und Entsorgungsmedien werden erneuert. Das betreffe auch alle Lichtsignalanlagen.

Ampeln wird es künftig an der Kessinerstraße geben, wo ein zentraler Fußgängerübergang zum Friedhof mit Bushaltestelle gebaut wird. Eingerichtet wird eine Grüne Welle, die auf der Nord-Süd-Achse von der Stadteinfahrt bis zum Bauhofer Kreisel und umgekehrt funktionieren soll, berechnet nach der höchst möglichen Belastung. Die Fußgänger-Bedarfsampel an der Fachhochschule werde sich der Grünen Welle unterordnen.

Die gesamte Ausführung der Straße richte sich strikt nach den Verkehrsprognosen. "Nichts wird gemacht, was nicht nötig ist", sagt Norman mit Blick auf unerfüllte Erwartungen auf durchgängige Mehrspurigkeit. Nur eine Ausnahme gebe es: eine Rechtsabbiegerspur stadtauswärts zum Krankenhaus, auf nachdrückliche Bitte der Stadt. Teilweise werde, wie etwa in Höhe der Prahmstraße, ein Mittelbord das Queren verhindern. Auf dem gesamten Ausbauabschnitt werden beidseitig Fuß- und Radwege eingerichtet.

Am 9. und am 17. April bekommen die Anwohner Gelegenheit zur öffentlichen Bürgerbeteiligung. Anderthalb Jahre immerhin müssen sich ja Güstrower und Gäste der Stadt sowie Durchfahrende mit der Umleitung arrangieren. Nur - betont Ronald Normann. Denn würde man während der Bauphase die Rostocker Chaussee in beide Richtungen durchlässig halten, verlängerte sich die Bauzeit um bis zu zwei Jahre. Da wolle man den Nutzern und Anliegern doch eher die in Gesamtlänge 5,5 Kilometer betragende Umleitung zumuten, und somit angeblich nur 2,3 km mehr als die direkte Ortsdurchfahrt. Für Güstrow sei das zudem die letzte Chance, Grund in seine wichtigste Zu- und Ausfahrtstraße zu bekommen, meint Ronald Normann. "In drei Jahren würden wir das nicht mehr finanziert bekommen." Vorsichtig äußert sich der Leiter des Straßenbauamtes denn auch zu einem Ausbau des Abschnittes Liebnitz-Brücke bis Bauhof-Kreisel: Der komme später dran - "wenn er denn kommt".

An ein Szenario, sollte Schwerin übermorgen die erhoffte Förderung für die Rostocker Chaussee nicht bewilligen, mag Jane Weber im Rathaus da gar nicht erst denken.

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