Natur im Garten MV : Rosenpracht auch ohne Gift und Kunstdünger

Marlis Dorn vor der Rose mit Namen „Mozart“
Marlis Dorn vor der Rose mit Namen „Mozart“

Mitstreiter der Aktion „Natur im Garten MV“ öffnen am Wochenende ihre Refugien.

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23. Juni 2017, 05:00 Uhr

„Natur im Garten – Gesund halten, was uns gesund hält“ steht auf der kleine Plakette am Haus in der Polchower Straße 9a in Polchow. Schon der Blick am Haus vorbei auf das Grundstück lässt Gartenliebhaber frohlocken. Die Rosen stehen in voller Blüte. Aber sind sie auch gesund? Brauchen Rosen nicht richtig „Futter“ und, wenn Läuse oder Pilzkrankheiten über sie herfallen , einen richtigen Hieb mit der chemischen Keule? „Nein, brauchen sie nicht“, sagt Marlis Dorn und ihr Mann Hartmut nickt zustimmend. Beide laden am Sonnabend in ihren ländlichen Garten ein. Diesmal ist es die Aktion „Natur im Garten MV“, ein von der EU gefördertes Leader-Vorhaben, das ein Zeichen setzt für ein naturgemäßes Handeln im eigenen Garten.


Meisen halten Läuse in Schach


48 Gärten öffnen am Sonnabend oder Sonntag oder auch an beiden Tagen in ganz MV ihren Pforten. Sei alle haben die Gartenplakette in den vergangenen Jahren erworben und erfüllen damit eine Reihe von Kriterien. „Allen Gärten gemein ist, dass sie auf Torf, Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel vollständig verzichten“, betont „Natur im Garten“-Mitarbeiterin Madlen Hagemann. Die Besucher würden hier typische Naturgartenelemente, wie z.B. Hecken mit Wildsträuchern, Trockenmauern oder Blumenwiesen vorfinden. Diese würden zahlreichen Pflanzen und Gartennützlingen Lebensraum und Nahrungsgrundlage bieten, fügt Madlen Hagemann hinzu.

Mit Rosenkrankheiten und Läusen haben Dorns fast keine Probleme mehr. Dabei helfen ihnen unter anderem Singvögel, die im Garten Nistmöglichkeiten finden und verhalten übers ganze Jahr gefüttert werden. Meisen lieben bekanntlich Blattläuse. Erst über die Jahre stelle sich ein gewisses Gleichgewicht in einem Garten mit großer Artenvielfalt ein. Außerdem setzen Marlis und Hartmut Dorn Pflanzenjauchen an, die auf natürliche Weise gegen Krankheiten helfen, in dem sie mit ihren Inhaltsstoffen die Pflanzen stärken. Die Rosen, so erzählt die Gartenliebhaberin, bekommen im Frühjahr Hornspäne und Rinderdung. Die überreich blühende Strauchrose „Mozart“ und die Ramblerrose „Bobby James“ über einem Torbogen dokumentieren deutlich, dass ihnen das reicht.

Im Gemüsegarten wird gemulcht, um ein allzu schnelles Austrocknen zu verhindern und Unkraut zu unterbinden. Auf der Obstwiese ist der Rasenmäher in diesem Jahr noch nicht zum Einsatz gekommen. „Im Frühjahr blühen hier Schlüsselblumen und Narzissen, später dann die Margeriten, die sich fast von selbst ansiedelten“, sagt Marlis Dorn. Erst wenn sie verblüht sind, wird im Juli gemäht. Gern erzählen die Dorns von ihren Erfahrungen im Garten.

Hintergrund:

Die Aktion „Natur im Garten“ ist Ende der 1990er-Jahre in Niederösterreich entstanden. Mittlerweile agiert sie europaweit mit dem Ziel, ein Bewusstsein für die Bedeutung von naturnahen Lebensräumen für die heimische Fauna und Flora zu fördern. Die Ökologisierung von Gärten und Grünräumen soll vorangetrieben, Biodiversität gefördert sowie Klimaschutz und Ökobilanz durch das naturnahe Gärtnern verbessert werden. In der Region ebenfalls geöffnet sind der Garten der Sinne des Hortes am Schlossplatz in Bützow (Sa. 13 bis 17 Uhr) und der Garten von Wilfried und Monika Behnke in Rosenow (Sa. /So. 11 bis 17 Uhr). Weitere Teilnehmer unter www.natur-im-garten-mv.de.

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