Cyberknife-Zentrum : Roboter aus Güstrow für Abu Dhabi

<fettakgl>'Dieses Gerät</fettakgl> wird auch in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich sein', ist Dr. Stefan Wurster überzeugt. Der leitende Facharzt für Strahlentherapie präsentiert im Güstrower Zentrum den Cyberknife-Roboter. <fotos>Jens Griesbach</fotos>
"Dieses Gerät wird auch in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich sein", ist Dr. Stefan Wurster überzeugt. Der leitende Facharzt für Strahlentherapie präsentiert im Güstrower Zentrum den Cyberknife-Roboter. Jens Griesbach

Im Cyberknife-Zentrum Norddeutschland in Güstrow bekämpft ein Roboter die unterschiedlichsten Arten von Tumoren. Diese in Güstrow bereits bewährte Technologie soll nun auch Patienten in den Arabischen Emiraten helfen.

svz.de von
21. Juni 2012, 07:08 Uhr

Güstrow | Im Cyberknife-Zentrum Norddeutschland in Güstrow bekämpft ein Roboter die unterschiedlichsten Arten von Tumoren. Das ist einmalig im Nordosten. Und auch im Rest der Republik existieren erst sechs dieser Cyberknife-Roboter. Diese in Güstrow bereits bewährte Technologie der Spitzenklasse soll nun auch Patienten in den Arabischen Emiraten helfen. Wie der Chef der Nordost-Gesundheitswirtschaft, Horst Klinkmann, gestern sagte, soll im Emirat Abu Dhabi erstmals ein Cyberknife-Zentrum zur Tumortherapie aufgebaut werden. Damit exportiert Mecklenburg-Vorpommern seine Medizintechnologie auf die arabische Halbinsel. Das Güstrower Cyberknife-Zentrum, das seit April 2011 erfolgreich vor Ort arbeitet, hat an diesem für das Land bedeutenden Geschäft einen wesentlichen Anteil.

Die Güstrower Cyberknife-Geschäftsführerin Viola Völzer ist erst vorgestern mit Klinkmann und Prof. Guido Hildebrandt von der Uni Rostock aus Abu Dhabi zurückgekehrt. Hier hatten sie Gespräche mit politischen Vertretern geführt und den Medizintechnik-Deal angestoßen. "Das ist nicht nur ein Erfolg für Güstrow sondern für ganz Mecklenburg-Vopommern", sagte sie gestern auf SVZ-Nachfrage. Hier in Güstrow waren die Kontakte in den arabischen Raum entstanden. Zahlreiche arabische Patienten wurden bereits im Cyberknife-Zentrum in der Barlachstadt behandelt.

Viola Völzer setzt darauf, dass die Cyberknife-Technologie immer bekannter wird. Seit einiger Zeit bestanden bereits intensive Kontakte zu den Botschaften der arabischen Welt in Deutschland. "Ziel von Cyberknife Norddeutschland in Güstrow ist es, ein internationales Zentrum zu werden", sagt die Geschäftsführerin. Auch den Export von Gesundheitsdienstleistungen ins Ausland zusammen mit den großen Krankenhäusern in MV strebt die Geschäftsführerin seit längerem an. Das hat jetzt funktioniert. Dabei setzt sie auf die langjährige Erfahrung mit der Cyberknife-Technik durch mehr als 220 Cyberknife-Installationen weltweit und mehr als 100 000 weltweit behandelte Patienten - 25 000 davon alleine im Jahr 2010.

Der entsprechende Vertrag mit Abu Dhabi werde im Rahmen der Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft Anfang Juli in Rostock unterschrieben, informierte Klinkmann. Es sei geplant, die Bauarbeiten für das Cyberknife-Zentrum an heimische Firmen zu vergeben, die schon beim Bau der Klinik in Güstrow tätig waren. Das Güstrower Zentrum werde auch für die Ausbildung des medizinischen Personals in Abu Dhabi zuständig sein. Die Investitionen, die die Araber tätigen werden, lägen im mittleren zweistelligen Millionen Euro-Bereich.

Mit der Cyberknife-Technik können Tumore und ihre Metastasen mit einem frei im Raum beweglichen Roboterarm geortet und bestrahlt werden. Dies sei sogar im Nanometer-Bereich möglich, sagt Klinkmann. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Die Behandlung sei deutlich kürzer und effektiver als bisherige Strahlenbehandlungen.

Bisher seien in Güstrow hauptsächlich Tumore im Gehirn, in der Wirbelsäule und im Rückenmark, aber auch in der Leber oder der Lunge behandelt worden. In Einzelfällen würden auch Patienten mit Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs auf diese Weise therapiert.

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