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Humanoide Robotik : Robo-Fußball in Groß Grabow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Künstliche Intelligenz im Kulturhaus: Robo-Cup-Team „Hulks“ der Technischen Uni Hamburg bereitet sich auf internationale Turniere vor.

von
erstellt am 22.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Der kniehohe Roboter schaut sich um. Ja, er erkennt den Ball vor ihm. Mit seinem linken Bein holt er aus und schießt. Pascal Loth vom Robo-Cup-Team „Hulks“ der Technischen Universität Hamburg ist begeistert. Mit 20 seiner Kommilitonen hatte der 25-Jährige am Wochenende den großen Saal des Kulturhauses in Groß Grabow in ein Fußballfeld verwandelt, mit Kunstrasen, Toren und Strafraum. Nur die Spieler waren vollautonome Roboter.

Künstliche Intelligenz und humanoide Robotik – darüber forschen die Studenten. Ihre Ergebnisse setzen sie praktisch beim Robo-Fußball um. „Wir versuchen den Robotern Intelligenz beizubringen“, erklärt Pascal Loth, 2. Vorsitzender der „Hulks“. „Hier ist nichts ferngesteuert. Wir stellen den Roboter auf das Spielfeld und er legt selbstständig los, handelt komplett autonom.“ Das sollte er zumindest. Denn oftmals macht Robo nicht, was programmiert wurde. „Dann haben wir einen Fehler gemacht. Das ist besonders ärgerlich beim Wettkampf“, sagt der angehende Informatiker. Seit drei Jahren sind die „Hulks“ beim internationalen Robo-Cup am Start, aber perfekt sind die Roboter noch immer nicht.

Die Software muss ständig verbessert werden. Neue Programmierungen für ihre Roboterspieler auszuprobieren, dabei ging es in Groß Grabow. Dafür kam den Studenten die Abgeschiedenheit des Kulturhauses gerade recht. Im großen Saal tüftelten sie an ihren Computern, arbeiteten daran, dass der Roboter den Anpfiff hört und letztendlich auch aufs Tor schießt. „Das ist gar nicht so einfach. Der Roboter muss den Ball mit seinen Kameras im Kopf sehen können. Nur wenn er erkennt, wo der Ball sich befindet und wohin er sich bewegt, kann er darauf reagieren“, unterstreicht Pascal Loth. Ihren ersten Erfolg erzielten die „Hulks“ bei der Robo-WM in Leipzig 2016. „Da haben wir unser erstes Tor geschossen, gleich im Auftaktspiel“, sagt Pascal Loth stolz. Sieben weitere Tore folgten, die „Hulks“ schafften es bis ins Viertelfinale.

Tausende Teams spielen beim Robo-Cup weltweit in verschiedenen Ligen. Ein Robo-Fußballspiel dauert zweimal zehn Minuten. „Der Robo-Cup ist dazu da, künstliche Intelligenz zu erforschen und bekannter zu machen“, sagt Patrick Göttsch. Der Chef der „Hulks“ macht gerade seinen Doktor. „Und was ist da besser als Fußball, um den Menschen Robotik näher zu bringen.“ Mit einem Schachcomputer könne man heute keinen mehr hinterm Ofen vorlocken.

Seit 2013 treten die „Hulks“ regelmäßig gegen andere Robo-Teams von Universitäten an. Dieses Jahr haben sie noch Großes vor: Im April geht es nach Teheran zu den Iran Open. Aber besonders freuen sich die Informatiker um Göttsch und Loth auf die WM in Japan. Da sollen die kleinen Roboter dann ordentlich Tore für die Hamburger schießen.

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