Barlachtheater Güstrow : Ringen um Zukunft des Theaters

Die Brandschutztechnik im Güstrower Theater wurde aufwändig auf den neuesten Stand gebracht. Verantwortlich dafür ist Projektingenieurin Heike Oppitz vom Landkreis.  Fotos: Jens Griesbach
1 von 2
Die Brandschutztechnik im Güstrower Theater wurde aufwändig auf den neuesten Stand gebracht. Verantwortlich dafür ist Projektingenieurin Heike Oppitz vom Landkreis. 

Landkreis investiert 600.000 Euro in neue Elektro- und Brandschutztechnik. Weitere Investition in neues Garderobenhaus notwendig.

23-11367748_23-66109653_1416395934.JPG von
01. März 2018, 20:45 Uhr

Das Güstrower Publikum kann sich die Barlachstadt ohne Theater nicht mehr vorstellen. 190 Jahre besteht das Haus am Franz-Patt-Platz. Auch aus Bad Doberan, Schwaan oder Malchin kommen Zuschauer. „Unser abwechslungsreiches Programm wird über die Landkreisgrenzen hinaus sehr gut angenommen“, sagt Theaterleiterin Kersten Klevenow. Knapp 30 000 Besucher hatte das Ernst-Barlach-Theater im vergangenen Jahr. Um diese wichtige Kultureinrichtung für kommende Generationen zu sichern, hat der Landkreis jetzt 600 000 Euro in die Hand genommen. Die dringend notwendigen Arbeiten für die Erneuerung der kompletten Elektroinstallation sowie die Modernisierung der Brandschutztechnik liegen in den letzten Zügen. Doch um das Theater endgültig fit für die Zukunft zu machen sind noch weitaus höhere Investitionen notwendig.

Sicherheitstechnisch auf neuestem Stand

Ende März sollen die Arbeiten, die im Herbst 2017 begonnen haben, abgeschlossen sein. „Sicherheitstechnisch sind wir dann auf einem modernen Stand, so dass wir von dieser Seite aus beruhigt in die Zukunft blicken können“, sagt Heike Oppitz. Sie ist seit 26 Jahren die beim Landkreis zuständige Projektingenieurin für das Güstrower Theater. Heike Oppitz und auch Kersten Klevenow sehen die jetzige aufwändige Modernisierung und hohe Investition als ein Bekenntnis des Landkreises zum Theater. Die Güstrower Spielstätte ist landesweit das einzige Haus, welches sich in Trägerschaft eines Landkreises befindet. Doch beide Frauen wissen auch: Es gibt weiterhin dringenden Sanierungsbedarf im Theater. An erster Stelle steht das total marode Garderobenhaus, ein 100 Jahre alter Anbau im Hof des Theaters, wo sich die Künstler schminken und umziehen. Die Zustände hier sind vorsichtig ausgedrückt nostalgisch. Kersten Klevenow wird drastischer: „Wenn kein neues Garderobenhaus kommt, brauchen wir auch kein Theater!“

„Wir haben ein schönes Theater mit einer großen Bühne. Dafür brauchen wir ein Garderobenhaus, vor allem wenn große Orchester kommen oder Schüler bei uns Aufführungen haben“, erklärt die Theaterleiterin. „Wir können die alte Garderobe nicht mehr lange halten. Die Zustände werden immer schlimmer.“ Kersten Klevenow sieht eine Gefahr: „Wenn das Garderobenhaus nicht erneuert wird, können wir kein volles Programm mehr anbieten. Das Theater wird zur leeren Hülle.“

Für Projektingenieurin Heike Oppitz stellt das Garderobenhaus ebenfalls ein großes Problem dar. „Der bauliche Zustand ist schlecht. Der Anbau muss abgebrochen und neu gebaut werden“, stellt sie fest. Die Pläne dafür würden bereits seit 1997 in der Schublade liegen. Doch bisher sei das Vorhaben an der Finanzierung gescheitert. Zudem benötige der Landkreis dafür Fördermittel. Immerhin bewege sich diese Investition im Millionenbereich. Unterdessen laufen Gespräche des Landkreises mit der Stadt Güstrow. Der Landkreis will die Stadt bei der künftigen Sanierung des Theaters finanziell stärker einbinden.

Sanierung kurz vor Abschluss

Dennoch ist Heike Oppitz froh, mit der fast abgeschlossenen Erneuerung der Elektroinstallation sowie der brandschutztechnischen Ertüchtigung das Theater einen großen Schritt vorangebracht zu haben. Die Elektroanlagen stammten teilweise noch aus den 1950er-Jahren. Im Deckenbereich des Saales wurden zudem zwei zusätzliche Rauchabzugsanlagen eingebaut. Auch die gesamte Sicherheitsbeleuchtung wurde erneuert, acht neue Brandschutztüren sowie eine Sprachalarmierungsanlage eingebaut. „Ebenfalls neu ist eine Zentralbatterieanlage sowie eine Trinkwasser-/Löschwasser-Trennstation“, zählt Heike Oppitz auf. „Derzeit werden noch die Außentüren des Theatergebäudes auf ein neues Notausgangssystem umgerüstet, eine Einspeisearmatur für Löschwasser installiert, die restlichen Installationen ausgeführt und alte Installationen zurückgebaut“, informiert sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen