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Freizeitbad : Ringen um die Macht in der „Oase“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt Güstrow drängt auf Änderung der Gesellschaftsverträge und will mehr Einfluss bei bevorstehender Umstrukturierung des Freizeitbades

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Machtkampf um das angeschlagene Freizeitbad „Oase“ in Güstrow: Die Stadt drängt darauf, die Gesellschaftsverträge zwischen Stadt und Stadtwerken sowie zwischen Stadt und der „Oase“ Güstrow GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Stadtwerke, zu ändern. Ziel: die Barlachstadt – in Person von Bürgermeister Arne Schuldt – will wesentlich mehr Einfluss in der Gesellschafterversammlung bekommen, um unmittelbar in die bevorstehenden gravierenden Maßnahmen zur Sanierung und Umstrukturierung der „Oase“ eingreifen zu können. Hintergrund: Um das Bad zu erhalten sind zusätzliche Sanierungskosten von 1,5 Millionen Euro notwendig (SVZ berichtete). Das neue Basiskonzept der „Oase“ schlägt noch einmal mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Weder Stadt noch Stadtwerke wissen bisher, woher dieses Geld kommen soll.

„Der Bürgermeister will in der Gesellschafterversammlung direkt Macht ausüben“, sagt Jens-Hagen Schwadt, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, und drückt gleichzeitig sein Missfallen über dieses Vorpreschen der Stadt aus. „Wir lehnen neue Gesellschaftsverträge nicht grundsätzlich ab, kritisieren aber, dass der Bürgermeister die Änderungen plötzlich in einem Schnellverfahren durchdrücken will.“ Er bezeichnet die jetzt im Hauptausschuss von der Stadt eingebrachten Beschlussvorlagen zur Änderung der Gesellschaftsverträge als „unfertig“. Die Stadtwerke seien ein gesundes Unternehmen. Es gebe also keine Veranlassung für die Stadt als Gesellschafter, wesentliche Veränderungen der Gesellschaftsverträge ohne die Einbeziehung der Betroffenen herbeizuführen, so Schwadt in einer offensichtlich mit Edgar Föniger, Geschäftsführer der Stadtwerke, abgestimmten Stellungnahme. „Die Stadtwerke brauchen mehr Zeit, die Verträge zu prüfen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. Es sei eine Zumutung, in der Kürze der Zeit eine qualifizierte Stellungnahme abzugeben.

Bürgermeister Schuldt bezeichnet die neuen Gesellschaftsverträge hingegen als „längst überfällig“. In der „Oase“ würden wichtige Entscheidungen anstehen. Dafür seien klare Entscheidungsstrukturen notwendig. „Wir werden nicht in allen Einzelheiten Übereinstimmung mit der Geschäftsführung der Stadtwerke erreichen“, sagt Schuldt. Laut Paragraf 7 des neuen Gesellschaftsvertrags mit der „Oase“, soll allein der Bürgermeister die Stimmrechte der Stadtwerke als Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung ausüben. Damit will Schuldt besonders bei finanziellen Dingen den Zugriff der Stadt auf das Bad absichern. „Ich will wissen, was das in der praktischen Arbeit bedeuten wird“, sagt hingegen Schwadt und bezeichnet die Übertragung der Stimmrechte als „nicht glücklich“. Schon in der nächsten Stadtvertretersitzung sollen die Änderungen zum Beschluss vorgelegt werden. Der Hauptausschuss empfahl jedoch, die Beschlüsse um eine Sitzungsfolge zu verschieben.

Schwadt ist es wichtig, die „Oase“ zielstrebig zu sanieren. Mit dem 3,5 Millionen Euro teuren Basiskonzept inklusive einer Neuausrichtung hin zu mehr Wellness soll die „Oase“ fit für die Zukunft gemacht werden. Auch der Anbau eines neuen Beckens ist geplant. Schwadt hat die Fraktionsvorsitzenden in die „Oase“ eingeladen, um das neue Konzept vorzustellen. „Wir müssen Geld in die Hand nehmen, um etwas zu bewegen“, sagt er. Aber wo dieses Geld herkommen soll, weiß er bisher auch noch nicht.

Unterdessen bleibt die „Oase“ weiter montags und dienstags für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen. Grund: Personalmangel. Einige Mitarbeiter hatten gekündigt. „Wir suchen drei Fachangestellte für Bäderbetriebe, führen Bewerbungsgespräche“, sagt Juliane Klimt, Pressesprecherin der Stadtwerke. Noch dieses Jahr solle die „Oase“ wieder durchgängig geöffnet sein.

 

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