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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 03:01 Uhr

Alt Kätwin : Rinder knöcheltief im Morast

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Vorwurf nicht artgerechter Rinderhaltung in Alt Kätwin. Kreisveterinäramt lässt Kadaver untersuchen und prüft weitere Schritte.

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Eine Rindermastanlage zwischen Alt Kätwin und Neu Kätwin sorgt für Aufregung. Es gibt Zweifel daran, dass die Tiere hier artgerecht gehalten werden. Gerd Kische hat das Veterinäramt des Landkreises und SVZ informiert. Störte er sich zunächst an der Tatsache, dass die Tiere knöcheltief im Dreck stehen, so entdeckte er jetzt ein totes Rind, das mit den Beinen nach oben da liegt. Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes waren gestern vor Ort und entschieden, dass der Kadaver des Tieres amtlich untersucht werden soll, um die Todesursache festzustellen, erklärte Kreissprecher Michael Fengler auf Anfrage.

Zuerst hatte sich Gerd Kische noch nicht so viel dabei gedacht, dass er in seinem Jagdrevier bei Alt Kätwin immer mal ein paar Rinder antraf. Als er hörte, dass Rinder nur ausbrechen würden, wenn der Hunger sie treibt, schaute er sich die Sache etwas näher an und war entsetzt. In dieser Woche zeigte er den Fall dem Veterinäramt des Landkreises an. „Von einer artgerechten Haltung kann meiner Meinung nach keine Rede sein“, sagt er. Nun komme auch noch das tote Rind hinzu. Knöcheltief stünden die Tiere in Mist und Modder. Gestern Morgen habe er endlich mal frisches Stroh und Heu, das den Tieren hingeworfen wurde, gesehen. „Wir haben auch schon beobachtet, dass die Tiere an schwarzen Folienstücken knabbern. So etwas würden Rinder normalerweise nicht fressen“, denkt Gerd Kische.

Wochenlang habe er sich das angeschaut. „Das kann man nicht mehr so hinnehmen. Die Haltungsbedingungen sind unmöglich“, denkt Gerd Kische. Er vermutet auch, dass die Tiere nicht ausreichend Futter bekommen. Dabei gehe es ihm nicht darum, einen Landwirt schlecht zu machen, wohl aber gehe es ihm um die Tiere, betont der Jäger. „Man muss doch nicht immer warten, bis etwas passiert ist, sondern kann hinschauen“, erklärt Gerd Kische sein Engagement.

Christian Maske, der nach eigener Aussage erst vor kurzem die Rinderzucht zwischen Alt und Neu Kätwin von seinem Onkel übernommen hat, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Stallungen seien voll mit Rindern, deshalb müssten Tiere auch zwischen den Gebäuden stehen. Das sehe nicht schön aus, sei aber momentan nun mal so. „Es hat viel geregnet und die Tiere moddern rum“, erklärt Christian Maske. Selbstverständlich würden sie ausreichend Futter bekommen, versichert der Alt Kätwiner. Auch äußerte er gegenüber unserer Zeitung, die Ställe sanieren zu wollen.

„Mitarbeiter des Veterinäramtes haben sich am Donnerstag und nochmals am Freitag ein Bild von den Haltungsbedingungen gemacht“, berichtet Fengler. Zunächst werde der Kadaver untersucht. Weitere Schritte seien in der Prüfung, würden aber auch vom Untersuchungsergebnis abhängen, so der Kreissprecher.

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