zur Navigation springen

Leistungshüten : Riko Nöller verteidigt Landestitel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Riko Nöller ist beim Leistungshüten seiner Schafe nicht zu schlagen

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2016 | 05:00 Uhr

Sechs Schäfer aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen kämpften am Sonnabend beim Leistungshüten auf einem Feld zwischen Lohmen und Garden um den Landestitel. Als glücklicher Sieger ging Riko Nöller aus Suckwitz hervor. Er hat damit die Möglichkeit, Mecklenburg-Vorpommern beim Bundeshüten im September in Duderstedt/Niedersachsen zu vertreten. Organisiert wird dieser Wettbewerb jedes Jahr vom Landesschaf-Ziegenzuchtverband und der Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde (AAH).

Zuerst war die Schafherde ordentlich auszutreiben und musste dann zum „engen Gehüt“ geführt werden. „Es geht um das richtige Zusammenspiel zwischen Herde und Hund“, erläutert Riko Nöller, der in Suckwitz zu Hause ist und auch schon einmal Bundessieger war. Seine Herde lässt er oft in der Umgebung von Lohmen weiden und stellte diese am Sonnabend zur Verfügung. Ursprünglich habe er etwa 500 Schafe ausgewählt, aber „dann doch noch mal 200 weggenommen, weil es so heiß war“, berichtet der 48-Jährige. Doch am Sonnabend spielte das Wetter gut mit: 20 bis 24 Grad, leichte Bewölkung – optimal für Wettbewerb und Tiere.

„Dieser Ausscheid ist nicht nur Sport, sondern gehört zur Ausbildung“, erklärt Jürgen Lückhoff, Vorsitzender des Landesschaf-Zuchtverbandes. Er sei zwischen sportlichem Ehrgeiz und beruflichem Pflichtgefühl anzusiedeln. Insgesamt gebe es in Deutschland immer weniger Schafe. „2005 gab es noch über drei Millionen Tiere, jetzt sind es gerade etwa 1,6 Millionen“, sagt der Experte. Ein leichtes Leben hätten die Schäfer nicht gerade. Sie würden für wenig Geld arbeiten, und auch wenn der Lammpreis gar nicht so schlecht stehen würde, wären die Produktionskosten der Schafe viel zu hoch. Ein weiteres Problem käme mit den Wölfen. „Wenn es nur einer ist, mag es noch gehen, aber wenn es mehr werden, sieht das schon anders aus“, denkt Riko Nöller. Er habe noch keinen Schaden durch Wölfe hinnehmen müssen. Doch seinen Kollegen Siegmar Wendelberger aus Woosmar bei Dömitz habe es schon sechs Mal erwischt. „Über 50 Schafe habe ich dadurch verloren“, erzählt er. In einer einzigen Nacht seien es 21 gewesen. „Für uns ist das eine unruhige Zeit“, fügt er an. Er habe dadurch noch mehr Arbeitsaufwand und höhere Kosten durch Herdenschutzhunde. „Für acht Hunde brauche ich pro Tag zehn Kilogramm Trockenfutter“, erzählt Siegmar Wendelberger. Alle Schäfer und der Verband hoffen, dass die Zeiten wieder besser werden und ihr Beruf mehr Wertschätzung erlangt.

Bewertet wurde am Sonnabend nicht nur die Hüteleistung bei den einzelnen Anforderungen, wie zum Beispiel beim Einpferchen oder beim Treiben über die Brücke, sondern ebenso bewerteten die Richter Haupthund und Beihund. „Wir sind selbst Hüter und wissen daher auch, wie es den Kollegen geht. Dennoch wird neutral gerichtet“, betont Reinhardt Rohde. Oft waren sich die drei schnell einig, wenn es um die Punktzahl ging. Mario Rainhäkel, der seit 1980 etwa als Schäfer tätig ist und Vierter wurde, hatte seine Hunde Hexe und Betty an seiner Seite. „Mit viel Freude und Spaß“ war er nach Lohmen gekommen. Und Simone Müller aus Niedersachsen, die den 2. Platz belegte, resümierte nach ihrer Hüteleistung: „Die Hunde waren brav. Ich bin zufrieden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen