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Biogas aus Rüben : Riesige Investition in Energie

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gestern erster Spatenstich für gewaltige Erweiterung der Biogasanlage in Lalendorf / Künftig 52 000 Tonnen Zuckerrüben verarbeiten

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Die Biogasanlage in Lalendorf – hier werden ausschließlich Zuckerrüben verarbeitet – wird in erheblichem Umfang erweitert. Für einen zweiten und dritten Bauabschnitt erfolgte gestern der 1. Spatenstich. Zum Ende des Jahres soll die hochmoderne Anlage stehen. Rund sieben Millionen Euro werden investiert.

In der bereits bestehenden Anlage, die 2012 in Betrieb gegangen war, werden jährlich etwa 6000 Tonnen Zuckerrüben in Energie verwandelt. In diesem Jahr bekommt die Anlage mit dem zweiten und dritten Bauabschnitt eine ganz neue Dimension. „Die neue Anlage wird eine elektrische Leistung von 2,5 Megawatt haben“, informiert Lutz Golz, Geschäftsführer der Norddeutschen Rübenkontor Anlagenbetriebsgesellschaft UG und Co. Bioenergie Lalendorf KG. 52 000 Tonnen Zuckerrüben sollen im Jahr verarbeitet werden. Geliefert werden die Rüben von der Norddeutschen Rüben AG. Betreiben wird die Anlage die Kommunale Dienstleistungs- und Verwaltungs- GmbH Lalendorf. Das Konstrukt erklärt Fred Paarmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Norddeutschen Rüben AG: Gesellschafter der Rüben AG sind ausschließlich Landwirte, die Rüben anbauen. Mit dem Rübenkontor habe man die Möglichkeit geschaffen, dass Gesellschafter aus ganz Deutschland, die „in ein vernünftiges Projekt Geld investieren wollen“, einsteigen können, formuliert Paarmann.

Reinhard Knaack, Bürgermeister in Lalendorf, Rüben-Fachmann und Vorstandsmitglied der Norddeutschen Rüben AG, erinnerte an den Anfang und den weiten Weg bis zum gestrigen 1. Spatenstich. Am Anfang standen eine neue Zuckermarktordnung und die Schließung der Zuckerfabrik in Güstrow. „Wir brauchten eine Alternative zur Zuckerfabrik“, betont Knaack. In der Fruchtfolge sei die Rübe unverzichtbar. Knaack sprach von Euphorie und den Mühen der Ebene, der Entwicklung eines hocheffizienten Verfahrens, von Durchhaltevermögen und politischen Entscheidungen, die er mit Sorge betrachtet. „Eine Energiewende sehe ich nicht“, betonte Lalendorfs Bürgermeister. Bestenfalls könne von einer „Verlagerung der Energieerzeugung“ gesprochen werden. Knaack kritisierte das Energieeinspeisegesetz (EEG) von 2014 als K.-o.-Schlag für die Weiterentwicklung von Biogasanlagen. Die Windenergie werde dagegen über die Maßen hofiert, so Knaack. Sein Fazit: „Auf die Bundespolitik ist auf energiepolitischem Gebiet kein Verlass.“ Dass man dennoch weitermache, erklärt Knaack u.a. mit einem schlüssigen Konzept, dem verbissenen Festhalten der Zuckerrüben-Akteure am Projekt und einem jungen dynamischen Team.


Nächster Schritt: Ethanolanlage


Die Biogasanlage ist nicht das Ende der Träume. Ziel ist es Ethanol aus Zuckerrüben zu gewinnen und eine entsprechende Anlage in Lalendorf zu errichten, erklärt Golz. Das sei der nächste Schritt. Dann will man rund 160 000 Tonnen Zuckerrüben im Jahr verarbeiten. Die Biogasanlage wird dann u.a. das Ethanolwerk mit Energie versorgen. Bisher landet das Gas über zwei Blockheizkraftwerke als Wärme in der Schule, der Sporthalle usw. und wird als Elektroenergie ins Netz eingespeist. Mit der neuen Anlage soll die Wärmeenergie auch dazu genutzt werden, die Gärreste einzudampfen und damit transportfähig zu machen, erklärt Golz.

 

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