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Ausstellung : „Rich & poor“ in der Galerie Rambow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gunter Rambow präsentiert in seiner Galerie am Domplatz seit gestern Abend und für die nächsten sechs Monate Werke aus der Plakatserie „Rich & poor“ („Arm und reich“) des französischen Grafikerkollektivs Grapus. Für ihn ist das eine große Freude, denn er sieht in diesen Grafikern die „besten Designer des 20. Jahrhunderts“. Leider konnte der Direktor des Deutschen Plakat-Museums Essen, René Grohnert, die Ausstellung wegen der Erkrankung seiner Frau nicht eröffnen. Seine Worte zur Vernissage verlas Angelika Eschbach-Rambow.

Grohnert erinnerte daran, dass Grapus als Reaktion auf die 68er-Studentenrevolten in Frankreich gegründet wurde. Auch wenn Grapus sich 1991 auflöste, seien seine Gründer und andere Mitstreiter wie Alex Jordan, der bei der Vernissage dabei war, weiter aktiv, setzten nicht nur im französischen Grafikdesign neue und ganz wesentliche Impulse.

Damals wie heute sind Grapus-Plakate inhaltlich bedeutsam, weil die Themen, die sie immer wieder anprangerten, immer noch aktuell und wirksam und daher nicht erledigt sind. Grohnert nennt z.B. den immer hemmungsloser agierenden Kapitalismus, bei dem Freiheit und Wohlstand der Duldung massenhafter Armut gegenüber stehen. Weiter weist er auf die Gefahr für Mensch und Kultur, die von den „Mordbrennerbanden“ unter dem Deckmantel religiosen Tuns ausgehen, und auf das Wiederaufleben des Nord-Süd-Konflikts hin.

Besonders angemessen war dafür die Form für den 1. Mai: Die Teterower Schalmeien spielten draußen und drinnen die Musik, die ein Signalinstrument der Arbeiterbewegung war. Für Gunter Rambow sei das, so Grohnert, eine „durchaus bewusst organisierte Überleitung zu Grapus“, denn so laut und scharf wie die Musik der Schalmeien seien ihre Arbeiten, die Missstände in der Gesellschaft anprangern.

 

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