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Rettungsmedaille des Landes für Güstrower : Retter riskierte eigenes Leben

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Er hat sein eigenes Leben riskiert, um ein anderes zu retten: Der Güstrower Thomas Lange zog als Mitglied der Besatzung des Rettungstransporthubschraubers "Christoph 34" einen Mann aus den Fluten des Tiefen Sees.

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2012 | 04:53 Uhr

Güstrow | Er hat sein eigenes Leben riskiert, um ein anderes zu retten: der Güstrower Rettungsassistent Thomas Lange. Als Mitglied der Besatzung des Rettungstransporthubschraubers "Christoph 34" zog er am 3. März einen 48-jährigen Mann aus den Fluten des Tiefen Sees, der mit seinem Boot gekentert war (SVZ berichtete). Peter Struve, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Güstrow, schlug ihn aufgrund dieser Tapferkeit für die Rettungsmedaille des Landes vor. Am 24. September ist es nun soweit: Thomas Lange soll diese hohe Auszeichnung in Schwerin erhalten.

Rückblick: Anfang März. Es ist bitterkalt. Alle Versuche, den Gekenterten aus dem Tiefen See zu retten sind misslungen. Eile ist geboten. Eine lebensgefährliche Unterkühlung droht. Kurzentschlossen springt Thomas Lange vom Hubschrauber aus in das eiskalte Wasser, bringt den Verunglückten über mehr als 50 Meter schwimmend an Land und beginnt sofort mit der Reanimation. "Er hat aus eigenem Entschluss sein Leben und seine Gesundheit riskiert, um ein Menschenleben zu retten. Niemand hat und kann das von ihm verlangen, weder im Dienst, noch in der Freizeit", sagt Peter Struve. Doch Lange, der als Jugendlicher die Rettungsschwimmerausbildung beim Güstrower DRK absolviert hat, habe keinesfalls leichtsinnig oder unüberlegt gehandelt. "Im Gegenteil, er hat die Situation den Umständen entsprechend ruhig und besonnen eingeschätzt. Es gab für ihn keine Alternative, da sich die im Hubschrauber vorhandenen Rettungsgeräte in diesem Fall praktisch als unzweckmäßig erwiesen und kein anderes Rettungsmittel vor Ort war."

Der erschöpfte, völlig durchnässte und stark unterkühlte Kollege konnte damals nach der dramatischen Hilfsaktion nicht einmal mit eigenen Kräften ins Krankenhaus gebracht werden, da sich der zweite Rettungstransportwagen in einiger Entfernung erfolgreich um den zweiten Unglücksangler kümmerte. Trotz des Einsatzes von Thomas Lange verstarb der von ihm gerettete Patient später in der Klinik an den Folgen des Unfalls. Lange selbst wurde nach gründlicher Untersuchung und nächtlicher Behandlung im "Wärmebett" am Sonntagnachmittag unbeschadet aus dem Krankenhaus entlassen. "Seine beherzte Tat fordert nach meiner Auffassung jedermanns Respekt und höchste Anerkennung. Deshalb habe ich ihn für die Rettungsmedaille vorgeschlagen. Es ist gut, dass es so engagierte und couragierte Menschen gibt", sagt Peter Struve.

Besonders bewegt Thomas Lange heute immer noch, dass sich die im Hubschrauber für die Wasserrettung zur Verfügung stehende Einsatztechnik in der Praxis als ungeeignet erwiesen hat. Er hat vorgeschlagen, den Hubschrauber für solche Einsätze tauglicher auszustatten. Dazu Peter Struve: "Maßnahmen sind eingeleitet worden, die Unterstützung aller Beteiligten ist gefordert." Darüber hinaus haben vier weitere Rettungsassistenten die Rettungsschwimmerausbildung abgeschlossen.

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