Heisser Draht : „Rennstrecke“ durch Gutow

Auch wenn die Polizei aktuell keinen Handlungsbedarf sieht, hat Wolfgang Ehrke wegen der Unvernunft einiger Autofahrer schon oft vor seinem Grundstück in Gutow die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
Auch wenn die Polizei aktuell keinen Handlungsbedarf sieht, hat Wolfgang Ehrke wegen der Unvernunft einiger Autofahrer schon oft vor seinem Grundstück in Gutow die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Wolfgang Ehrke weist auf große Gefahr im Dorf hin - Güstrower Polizei sieht aktuell keinen Handlungsbedarf.

svz.de von
23. September 2017, 08:00 Uhr

Wolfgang Ehrke beklagt im „Heißen Draht“ unserer Zeitung, dass Gutow immer mehr zu einer Rennstrecke wird. Er beobachtet diese Entwicklung mit Angst und Bangen, vor allem im morgendlichen Berufsverkehr und im Feierabendverkehr. „Wir haben z.B. eine Bushaltestelle, an der jeden Morgen und jeden Mittag viele Schüler in den Bus steigen. Zuvor müssen sie die Straße überqueren. Das aber ist oft gefährlich, weil sich viele Kraftfahrer nicht an die im Ort geltenden 50 km/h halten“, hat Wolfgang Ehrke beobachtet. Aber in dem Dorf wohnen auch viele ältere Bürger, die – das ist sein Eindruck – wegen der Raserei verängstigt sind. Der Gutower wohnt seit 19 Jahren in der Goldberger Straße, der Hauptstraße des Dorfes.

Wolfgang Ehrke wünscht sich daher mehr Geschwindigkeitskontrollen in Gutow. „Nach meinem Wissen gab es im vergangenen halben Jahr nicht eine“, sagt er. Das stehe in keinem Verhältnis zu anderen Orten in der Umgebung von Güstrow, wo regelmäßig geblitzt werde, so z.B. in Zehna oder in Kritzkow, mahnt Ehrke an. Auch hätte er gern die Kontrollen – wenn sie dann stattfinden – ein bisschen mehr versteckt, denn Kontrollen mit sehr freizügig aufgebauten Geräten an der Bushaltestelle, am Parkplatz oder in Richtung B 104 im Dorf hätten bisher aus Sicht Ehrkes keinen erkennbaren Erfolg gehabt.

„Im zuständigen Polizeihauptrevier kann man den Eindruck von Herrn Ehrke durchaus nachvollziehen, dass die Straße, gerade aus Richtung Güstrow kommend, wo sie leicht abfallend ist, für Geschwindigkeitsverstöße prädestiniert wäre“, räumt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, auf SVZ-Nachfrage ein. Bei Verkehrskontrollen durch Beamte des Güstrower Reviers im zweiten Quartal dieses Jahres sei dies auch für 35 Fahrzeugführer festgestellt worden. Davon hätten sich 15 im Bereich eines Bußgeldes bewegt, so Frahm. „Aber besonders auffällig waren diese Werte, was die Anzahl der Verstöße im Vergleich mit anderen Kontrollen betrifft, nicht. So waren dann in der folgenden Zeit andere Orte an der Reihe“, erklärt er den Standpunkt der Polizei zu der aktuellen Situation. Die Informationen von Wolfgang Ehrke würden im Hauptrevier selbstverständlich zur Kenntnis genommen. Weitere Anmerkungen aus der Bevölkerung in diese Richtung würden allerdings nicht vorliegen, erläutert der Sprecher weiter.

Auch aus der Verkehrsunfallstatistik lasse sich kein erhöhter Kontrollbedarf für Gutow ableiten, hat Frahm der Statistik entnommen. Zwei Unfälle seien bislang in diesem Jahr polizeilich aufgenommen worden. Davon sei einer ein Wildunfall gewesen. Frahm: „Von daher wird Gutow zwar auch mal wieder mit einer Kontrolle an der Reihe sein. Akuten Handlungsbedarf sehen wir gegenwärtig allerdings nicht.“

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