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Güstrower Anzeiger

20. Oktober 2017 | 16:38 Uhr

Fischtreppe : Renaturierung der Nebel beendet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mehr als 20 Jahre Bauzeit und rund sieben Millionen Euro Fördermittel sind in die Wiederherstellung der Ursprungsqualität des Flusslaufs investiert worden

von
erstellt am 10.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Trubel herrschte gestern an der neuen Fischtreppe der Nebel zwischen Lüssow und Parum. Nachdem der Verkehr über die Brücke bereits schon seit gut einer Woche wieder rollt, wurde gestern Morgen der Fischaufstieg durch Landwirtschaftsminister Till Backhaus eingeweiht und die Renaturierung dieses Nebelabschnitts abgeschlossen.

„Ziel war es hier die Ursprungsqualität des Flusslaufs wieder herzustellen und das ist uns gelungen“, resümiert Backhaus in seinem Grußwort. Man habe in der Vergangenheit Raubbau an der Natur betrieben und es sei wichtig, dies nun wieder rückgängig zu machen, so der Minister weiter. Das in der Nebel 28 Fischarten – auch seltene Arten wie Elritze und Bachschmerle beheimatet sind und sogar der Eisvogel gesichtet wurde, zeige wie wichtig die Rückbesinnung auf das Gleichgewicht des Ökosystems sei, so Backhaus.

Im Rahmen des Bodenneuordnungsverfahrens seien 120 Hektar Land erworben worden, um hier ein natürliches Flussbett zu schaffen, erklärt Dörte Kolbow, Leiterin der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM). „Wir haben dem Gewässer wieder Platz geschaffen und das ist wichtig für die Wiederherstellung der Artenvielfalt“, sagt die Expertin.

Auf 160 Metern Länge wurde hier ein Höhenunterschied von 2,5 Metern ausgeglichen. Sogenannte Störsteine sorgen für Ruhezonen im Verlauf des Fischaufstiegs. „Das ist wichtig für schwimmschwache Fische, die sich zwischendurch erholen müssen“, sagt Dörte Kolbow. Mit dieser 1994 begonnenen Renaturierung ist nun das Kernstück der Arbeit an der Nebel abgeschlossen. Nach rund 120 Jahren ist hier erstmals wieder eine vollständige Durchgängigkeit vom Krakower See bis in die Ostsee gegeben. „Nun muss unter anderem noch ein Nebelarm auf Höhe des Wildparks in Güstrow angeschlossen werden und dann haben wir es nahezu geschafft“, gibt Dörte Kolbow noch einen Ausblick. Seit Beginn der Renaturierungsmaßnahmen sind mehr als sieben Millionen Euro Fördermittel von Land, Bund und der Europäischen Union für das Projekt eingesetzt worden.

„Es hat sich gelohnt“, resümiert Landwirtschaftsminister Till Backhaus bei der Begehung des Geländes. Das Gewässer sei deutlich verbessert worden und auch die Infrastruktur habe mit der Fertigstellung der Brücke einen Aufschwung erlebt, so Backhaus. Insbesondere mit der Einbindung in die Route des europäischen Radwanderwegs ist hier ein zusätzliches touristisches Ziel entstanden. „Der Nebel ist der Weg zur Gesundung geebnet“, sagt der Landwirtschaftsminister, der gleichzeitig betont, dass der Fluss eine der besten Wasserqualitäten in ganz MV aufweist.

 

 

 

 

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