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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 23:52 Uhr

Hilfe für Mariupol : Relative Ruhe in Mariupol

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Hilfe für das im Krisengebiet der Ukraine liegende Mariupol geht weiter.

„Es ist zwar in Mariupol ruhig, aber man hört die Schießerei dennoch. Die Situation ist nicht gelöst“, berichtet Aljoscha Sadneprowskij. Die Arbeit im Zentrum, das Martina und Heinz Nitzsche in Mariupol, Ukraine, aufgebaut haben, kann jedoch weiterlaufen. Der 41-jährige führt das Hilfsprojekt im Auftrag der Nitzsches weiter. Mit seinem Helfer Jura Simko war er jetzt einige Tage in Serrahn.

Zahlreiche Kinder finden im Mariupoler Hilfszentrum Platz zum Spielen, können Hausaufgaben machen und bekommen warme Mahlzeiten. „Wir betreuen 50 bis 70 Kinder, zumeist aus sozial schwachen Familien“, erzählt Jura Simko. Der 29-Jährige kann sich gut in die Lage dieser Kinder versetzen. „Ich bin mit ihren Eltern aufgewachsen“, erzählt er. Bei den Nitzsches habe auch er ein neues Zuhause gefunden. Heute ist er die rechte Hand des Pastors und der Mann für alle Fälle im Zentrum. In drei Gruppen werden die Kinder altersgerecht versorgt. Immer mehr Kinder die Angebote. Ein Camp mit 100 Kindern ist im Sommer geplant. Demnächst soll mit dem Bau eines Spielplatzes begonnen werden.

Auf der Fahrt nach Deutschland durchlebte Jura Simko einen großen Schreck. Mit seinem T4 sei er von der Straße abgedrängt worden und im Straßengraben gelandet. „Drei Mal hat er sich überschlagen und wir sind sehr froh, dass ihm nichts Schlimmes passiert ist und dass er lebt“, denkt Heinz Nitzsche laut.

Für Martina und Heinz Nitzsche ist es gut zu wissen, dass die Arbeit in Mariupol in guten Händen liegt. „Wir sind nicht mehr so oft vor Ort, seit es die kriegerischen Auseinandersetzungen gibt.“ Alle 14 Tage aber wird der T4 mit Hilfsgütern beladen und nach Rowno, Westukraine, geschickt. Die restlichen ca. 1400 Kilometer nach Mariupol werden von der Post übernommen. So besteht nach wie vor die Möglichkeit, benötigte Kleidung oder andere Hilfsgüter an die entsprechende Stelle zu senden. Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde auch eine Seniorenarbeit begonnen. Außerdem steht das Hospiz mit sechs Plätzen bereit.

Aljoscha Sadneprowskij ist erst seit wenigen Monaten in Mariupol. In einem Gefängnis kam er zum Glauben an Gott und hatte in der Nähe von Donetsk eine Gemeinde aufgebaut. Durch den Krieg konnte der Pastor dort nicht mehr bleiben, kam nach Mariupol zu dem großen Kinderprojekt von Nitzsches.

Für Jura und Aljoscha war die Zeit in Serrahn sehr interessant. „In Deutschland ist alles anders und manches möchte man mitnehmen und bei uns machen“, sagt Jura Simko. In dieser Woche machten sich alle wieder auf den Weg. Neben dem ständigen Spendenbedarf für ihr Projekt in Mariupol hat Heinz Nitzsche einen großen Wunsch: „Der T4 ist ja kaputt, dafür brauchen wir dringend Ersatz.“

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