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Airport Rostock-Laage : Rekord soll keine Eintagsfliege sein

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Was hinter den Passagierzahlen auf dem Flughafen Rostock-Laage steckt.

von
erstellt am 24.Jan.2017 | 21:00 Uhr

„Keine Eintagsfliege“ soll die Rekordzahl an abgefertigten Passagieren auf dem Flughafen Rostock-Laage bleiben, versprach der scheidende Geschäftsführer, Rainer Schwarz. Die für die Steigerung auf 250  000 Passagiere maßgeblichen Verträge mit Kreuzfahrtunternehmen sowie mit den Airlines bmi regional und Germania wären „langfristig“ angelegt.

So habe Germania in seinem bisher fünfjährigen Engagement in Rostock-Laage nach dem Start nach Mallorca die Palette seiner Zielorte jedes Jahr aufgestockt auf derzeit 14 im Bestand. Allerdings werde man mit Lanzarote eine dieser Destinationen nach diesem Winterflugplan ab April aus Wirtschaftlichkeitsgründen wieder aufgeben, kündigte Claus Altenburg, Director Sales bei Germania, an. Dafür sehe er aufgrund der weltpolitischen Lage in Wien und Zürich noch mehr Potenzial für Laage, sagte Altenburg auf der Jahres-Pressekonferenz des Flughafens.

Bei aller positiven Perspektive, die Schwarz für den Flughafen zeichnen möchte, konnte er dennoch nicht den Verlust der Linie nach Köln/Bonn verschweigen. Schwarz: „Die hätten wir gerne weiter gehabt.“ So aber gingen in der zweijährigen Schwarz-Bilanz im Bereich der Linienflüge rund 4000 Gäste (7 Prozent) verloren. Noch stärker rückläufig waren die Zahlen für die sogenannte allgemeine Luftfahrt. Ein Minus von 80 Prozent steht da zu Buche, also nach 59  000 Passagieren im Jahr 2014 nur noch 33  000 im vergangenen Jahr. Dies sei vor allem deutlich weniger Trainingsflügen der Lufthansa-Flugschule PTN geschuldet, erklärte Schwarz. Als Hintergrund vermutet er die seit langem anhaltenden Tarifstreitigkeiten im Lufthansa-Konzern; bekannt sei, dass die Lufthansa nach Bedarf ausbilde. Er wisse aber, dass die Flugschule – die heißt nach Umfirmierung jetzt LAT wie Lufthansa Air Training – inzwischen wieder neu einstelle. „2017 werden die Zahlen wieder das Niveau von 2014 erreichen“, denkt Schwarz. Unter dem Strich rechne in diesem Jahr mit einer neuen Rekordzahl bei den Passagieren.

Wichtiger als die reine Statistik für die Gesellschafter sei aber, dass die Umsatzerlöse stimmten. Und die seien in den vergangenen zwei Jahren, dank der Steigerungsraten bei Kreuzfahrt- und Touristikflügen, von 2,5 Millionen auf 4,4 Millionen Euro gestiegen. Für die Gesellschafter heiße dies nun allerdings nicht, dass sie ihre Zuschüsse zurückfahren könnten. Dies sollten sie auch nicht, unterstrich auch Jochen Bruhn, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung: Umsatz sei schließlich nicht gleich Gewinn, und der Flughafen müsse Zeit bekommen, sich langfristig zu stabilisieren. Aus gutem Grund hätten die Gesellschafter vor drei Jahren zugesichert, ihre Zuschüsse ungeachtet der Entwicklung bis mindestens 2017 nicht zu verringern. Dies war zugleich eine von der Landesregierung gestellte Bedingung, sich mit jährlich einer Million Euro Hilfe einzubringen, erinnerte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Nicht zuletzt hätten die jüngsten Erfolge auch mit Investitionen erkauft werden müssen. Um etwa die größeren Passagierzahlen einer Boeing 747 , die seit Juni in Laage landet, bewältigen zu können, habe eine größere Gepäckabfertigung gebaut werden müssen. Und der für 2017 erwartete Jahresüberschuss werde in die Kapitalrücklage gehen, kündigte Rainer Schwarz schon an.

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