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Gestüt Ganschow : „Reiten ist eben ein Mädchending“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Reitferien auf dem Gestüt Ganschow machen zu 99 Prozent Mädchen. Tourismus mittlerweile wichtiges Standbein für Gestüt.

von
erstellt am 28.Aug.2017 | 12:00 Uhr

„Die Pferde hier sind einfach toll. Ich liebe meine Friesenstute“, sagt Nele Kowalzik und strahlt hoch zu Ross über das ganze Gesicht. Die Sommerferien nutzt die 14-Jährige aus Wolgast, um sich ihrem liebsten Hobby zu widmen: dem Reiten. Auf dem Gestüt Ganschow macht sie gerade Reitferien und dreht auf dem Paradeplatz mit ihrer Friesenstute eine Runde nach der anderen. Ebenso wie 17 weitere Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren – alles Mädchen. „Reiten ist eben ein Mädchending“, sagt Marlene Mencke vom Gestüt. „Wir haben fast ausschließlich Mädchen in unseren Reitferien.“

Es sei ein Phänomen, dass man nicht erklären könne, meint Gestütsinhaber Friedhelm Mencke. „Besonders Mädchen haben eine Leidenschaft für Pferde. Das merke ich nicht nur bei unseren Reitferien-Kindern, sondern auch bei unseren Azubis. 99 Prozent sind Mädchen.“ Immer in den Schulferien bieten die Menckes auf ihrem Gestüt Reiturlaube an. 120 Kinder und Jugendliche haben dieses Angebot dieses Jahr bereits wahrgenommen – nur drei davon waren Jungs.

Gerade ist Hochsaison bei den Reitferien in Ganschow. Ein Durchgang ging dieses Wochenende zu Ende. Ein neuer beginnt heute. Immer eine Woche sind die jugendlichen Reiter auf dem Gestüt untergebracht. „In den Sommerferien sind alle sechs Durchgänge ausgebucht. Die Nachfrage ist groß“, sagt Marlene Mencke. Auch für die nächsten Herbstferien gibt es kaum noch Plätze.

Neben dem Reitunterricht gibt es in dieser einen Woche Grillen am Lagerfeuer, Kremserfahrten sowie Ausflüge in den Güstrower Wildpark oder das Freizeitbad „Oase“. „Im Mittelpunkt stehen immer die Pferde“, sagt Marlene Mencke. „Es ist allerdings kein reiner Reitlehrgang, sondern Urlaub mit den Pferden. Es soll Spaß machen“, unterstreicht sie. Unter den Jugendlichen, die in Ganschow Reitferien machen, gebe es viele „Wiederholungstäter“, sagt Marlene Mencke. „Viele kommen schon seit Jahren.“ Die meisten aus MV selbst, aber auch aus Hamburg oder Berlin.


Tourismussparte immer wichtiger


Das Angebot der Reitferien hat sich für das Gestüt Ganschow mittlerweile zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt, so wie die Tourismussparte insgesamt. Und noch einen Aspekt sieht Friedhelm Mencke: „Unter den Kindern, die hier Urlaub machen, können zukünftig potenzielle Pferdekäufer sein.“ Die Zucht und der Verkauf von Pferden ist das Hauptgeschäft des Gestüts. 250 Pferde leben hier aktuell, vor allem Trakehner und Mecklenburger. Aber das Tourismusgeschäft wird immer wichtiger als Einnahmequelle. Zur Koordination der Tourismusaktivitäten hat Friedhelm Mencke eigens die Gestüt Ganschow GmbH gegründet.

Neben den Reitferien gibt es auch sechs Ferienwohnungen für Reittouristen auf dem Gestütsgelände. „Auch die sind in der Saison von April bis September fast immer ausgebucht“, sagt Marlene Mencke. Immer weiter zu nimmt zudem der Bustourismus. Fast jede Woche steht ein Reisebus auf dem Hof. 400 Bustouristen kamen dieses Jahr bereits, um das Gestüt zu besichtigen, mit dem Kremser zu fahren und Kaffee und Kuchen im Stall-Café zu genießen. „Ein lukratives Geschäft für uns“, sagt Marlene Mencke. „Viele Besucher sind Pferdeliebhaber, aber manche wollen auch einfach nur entspannen und die Weite und die Wiesen mit den Pferdeherden genießen.“ Der Tourismus sei zu einem wesentlichen Standbein des Gestüts geworden. Dazu zählen natürlich auch die jährlichen Ganschower Stutenparaden, „der wichtigste touristische Faktor für das Gestüt“, so Friedhelm Mencke.

Darüber macht sich Nele Kowalzik keine Gedanken, während sie auf ihrer Friesenstute mit den anderen Mädchen ihre Runden dreht. Ganz vernarrt ist die 14-Jährige in das Pferd. Bereits zum zweiten Mal macht Nele Reitferien in Ganschow. „Es ist wirklich schön hier“, sagt sie. Und sie freut sich schon auf das nächste Jahr.  

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