Die „WeiterReiter“ : Reiten bis zum Horizont und weiter

Caroline Brauer und Lothar Preuß reiten gern weiter und immer weiter. Fotos: Regina Mai
1 von 3
Caroline Brauer und Lothar Preuß reiten gern weiter und immer weiter. Fotos: Regina Mai

Caroline Brauer und Lothar Preuß bieten Pferde- und Naturliebhabern Unterkunft und Unterstützung an / Sie sind die „WeiterReiter“

von
03. November 2014, 23:30 Uhr

Reiten bis zum Horizont und dann immer noch weiter, bei Wind und Wetter auf dem Rücken der Pferde die Natur erleben – Caroline Brauer (41) und Lothar Preuß (47) lieben es. Sie sind die „WeiterReiter“. Ausritte und Runden im Sand reichen ihnen nicht aus. Mecklenburg biete genau die Weite, die sie brauchen, dazu eine wunderschöne Kulturlandschaft, schwärmen die beiden, die sich ein Leben mit Pferden und Feriengästen in Wardow aufbauen.


Pferde, die richtig vorwärts wollen


Dabei sind sie weit entfernt von einem typischen Reiterhof. Hier gibt es keine Pensionspferde und keine Reitstunden. „Nur“ vier Vollblut-Pferde gehören auf den Hof: ein Hispano-Araber und ein Anglo-Araber mit ihrem Nachwuchs. „Das sind Pferde, die richtig vorwärts und nach 30 Kilometern immer noch weiter wollen“, erklärt Caroline Brauer. „Sie sind schon sehr flott unterwegs“, fügt Lothar Preuß hinzu. Wer zu den „WeiterReitern“ nach Wardow kommt, bringt sein Pferd mit, ist mit topografischer Karte und GPS ausgestattet allein unterwegs, bucht einen Wanderritt mit Begleitung oder auch Ein- oder Mehrtagestouren zu Gutshäusern und Schlössern, zur Ostsee oder nach Polen, berichtet Caroline Brauer, die im Tourismus-Marketing auf Sylt tätig war, bevor sie nach Mecklenburg kam.

Das Mecklenburger Parkland – eine Region im Dreieck zwischen Teterow, Gnoien und Tessin, eine Region mit vielen Gutshäusern, alten Dörfern, letzten Kopfsteinstraßen und einer sanften Landschaft – bietet genau den richtigen Rahmen für die „WeiterReiter“. In der Region seien touristischen Anbieter gut vernetzt, betont Caroline Brauer. Die „WeiterReiter“ boten im September beispielsweise einen Veranstaltungsort für den Parkland-Jazz. „Wir hatten über 100 Leute auf dem Hof“, erinnert sich Lothar Preuß gern daran zurück.

Feriengäste kämen aus Hamburg und Berlin und darüber hinaus. „Es sind Menschen, die dem Stress des Alltags entfliehen“, erzählt die 41-Jährige. Viele Familien mit Kindern seien darunter, die im Sommer den Hochbetrieb an der Ostseeküste nicht wollen, sondern Entspannung suchen. Dabei gebe es im Mecklenburger Parkland in fast jedem Dorf etwas zu entdecken, Güstrow, Schwaan, Teterow und Rostock seien nicht weit. „Es funktioniert“, sagt Caroline Brauer. Deshalb baue man in der ehemaligen Remise des Gutes Wardow nun weitere Unterkünfte für Feriengäste aus. Das Angebot im ehemaligen Kuhstall reiche nicht mehr aus.


Wunsch: mehr für Distanzreiter


Lothar Preuß war vor 13 Jahren auf den Fliegerhorst nach Laage gekommen. Vor zehn Jahren kaufte er den Resthof in Wardow. Es ist ein Teil des ehemaligen Kuhstalles des Gutes Wardow, das 1936 aufgesiedelt worden war. Als er schon ans Verkaufen dachte, kam mit Caroline Brauer 2008 die Idee für eine sinnvolle Nutzung des Hofes und riesigen Gebäudes. „Ich wollte mich schon auf Sylt mit dem Reiten selbstständig machen, aber das ist dort zu schwierig“, sagt die 41-Jährige, die als studierte Umweltökonomin heute in der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe arbeitet. Weiter reiten beide erst nach der Arbeit. Alle zwei Jahren bieten sie einen Distanzritt bis zu 120 Kilometer an. Gern würde sie noch mehr in der Richtung machen. „In Mecklenburg gibt es nicht so viele Distanzreiter und demzufolge auch kaum Veranstaltungen. Aber vielleicht entwickelt sich das in Zukunft“, hofft Caroline Brauer.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen