Hilfe in der Not : Reise in eine andere Welt für Kinder aus Mariupol

Mascha (l.) und Oksana (r.) sind glücklich, sich hier erholen zu können (hinten rechts Martina und Heinz Nitzsche).
Mascha (l.) und Oksana (r.) sind glücklich, sich hier erholen zu können (hinten rechts Martina und Heinz Nitzsche).

30 Kinder aus umkämpfter Ost-Ukraine erholen sich in Serrahn / Spenden erwünscht und gebraucht

svz.de von
21. November 2014, 23:00 Uhr

Nun sind sie da. 30 Kinder aus Mariupol zwischen fünf und 16 Jahren erholen sich derzeit in Serrahn. „Es ist wunderschön hier, es gibt so frische Luft“, sagte die 13-jährige Oksana als sie durch das Nebeltal bis hin zur Kuchelmißer Wassermühle wanderten. Mit sieben Betreuern sind die Kinder aus der umkämpften Region in der Ost-Ukraine nach Deutschland gekommen. Martina und Heinz Nitzsche, die sich seit vielen Jahren in der Region engagieren, waren in Kiew in den Bus gestiegen und begleiteten sie. Die Serrahner haben in Mariupol eine Arbeit für sozial schwache Familien und alkoholkranke Menschen aufgebaut. Nun konnten sie 30 Kinder, die sie hier betreuen, für vier Woche aus ihrer Not heraus holen.

Angeschoben worden war die Aktion von einem Unternehmer aus Sachsen, der die Kinder nach Oberwiesenthal einladen wollte. Daraus ist nichts geworden. Heinz Nitzsche nahm den Faden auf und brachte sie im Freizeitheim des Diakonischen Zentrums Serrahn unter. „Es ist wie ein Wunder, dass alle Kinder-Pässe in so kurzer Zeit rechtzeitig da waren“, sagt der 70-Jährige.

„Wir kleiden die Kinder nach und nach alle ein“, erzählt Martina Nitzsche, die ihrem Mann immer zur Seite steht. Ein zwölfjähriger Junge sei dabei, der mit einer Jacke und einem T-Shirt seiner Mutter bekleidet war, berichtet sie. „Die Mutter eines anderen liegt wegen einer Krebserkrankung im Sterben. Aber sie hat ihm gesagt, er solle trotzdem mitfahren“, berichtet Martina Nitzsche.

Für die Kinder ist hier in Deutschland eine völlig andere Welt. Bei sich zu Hause erlebten sie Krieg. Gerade deshalb sei es gut, dass sich die Kinder hier einmal gut erholen können. „Sie haben gesagt, dass es hier schön ruhig ist und sie froh sind, keine Angst haben zu müssen“, weiß Martina Nitzsche zu erzählen. Vormittags gibt es nach dem Frühstück eine Lebensorientierung mit viel Singen und einem biblischen Thema. Nachmittags sind sie unterwegs.
Das relativ gute Wetter wollen sie noch nutzen, um viel in der Natur zu sein. Bis zum 15. Dezember aber haben sie noch viel vor. Unter anderem spendierte die Ostseesparkasse einen Besuch im Natur- und Umweltpark in Güstrow und im Van der Valk-Ressort dürfen sie baden gehen. „Wir sind dankbar für jede Spende, die wir bekommen“, so Heinz Nitzsche. Ob Kuchen, Kleidung oder Geld – zahlreiche Freunde helfen bei der Betreuung, beim Dolmetschen und finanziell.



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