Girls' Day in Güstrow : Reifen montiert und Forst erobert

Unter Anleitung von Ralf-Dieter Dankert bringt Lea Senkbeil in der Werkstatt der rebus GmbH an der neuen Maschine zur Montage und Demontage von Reifen Montagepaste auf der Felge auf. Die anderen Mädchen schauen zu.
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Unter Anleitung von Ralf-Dieter Dankert bringt Lea Senkbeil in der Werkstatt der rebus GmbH an der neuen Maschine zur Montage und Demontage von Reifen Montagepaste auf der Felge auf. Die anderen Mädchen schauen zu.

Mädchen sahen sich in der rebus GmbH, im Vielfaltwald und anderswo in Männerdomänen um.

svz.de von
23. April 2015, 21:00 Uhr

Werkstattluft schnupperten gestern beim Girls’ Day die Schülerinnen Annabel Taedcke, Frances Schlieker und Annelie Loth aus der Regionalen Schule Zehna sowie Lea Senkbeil aus der Regionalen Schule Krakow am See. Für einen Vormittag tauschten sie das Klassenzimmer gegen eine Stippvisite bei der „rebus“ GmbH in Güstrow ein, wo ihnen Lehrausbilder Ralf-Dieter Dankert einen Einblick in die Arbeit des kreislichen Busunternehmens gab.

Wenn sich auch bisher keines der Mädchen mit dem Gedanken trägt, selbst einmal Kfz-Mechatronikerin zu werden, schauten sich die 14- und 15-Jährigen doch mit Interesse in der Werkstatt um, in die sich nur selten ein weibliches Wesen verirrt.

Die Arbeit als Kfz-Mechatroniker ist eine Männerdomäne. „Eine Frau kommt da doch schnell an ihre körperlichen Grenzen“, gesteht Ausbilder Dankert. Auch wenn die Technik bei der Reparatur und Instandhaltung der großen Busse immer besser werde. Was er an der neuen Maschine zum Wechseln der riesigen Bus-Reifen dokumentiert. Unter Anleitung des Lehrausbilders dürfen die Mädchen bei einem Reifenwechsel mal mit Hand anlegen. Es zischt und wummert beim Luftablassen und als der Reifen von der Felge geholt wird, so dass die Mädchen erstmal kurz zusammen zucken.

Von den insgesamt 250 Beschäftigten bei der rebus GmbH sind 150 Busfahrer. Davon wiederum sind nur zwei Frauen. Auch den Schulbus über Zehna, woher drei der Mädchen kommen, fährt eine Frau. „Sie ist sehr zuverlässig und macht so manchem von uns Männern was vor“, schätzt Ralf-Dieter Dankert anerkennend ein.

In einer gemeinsamen Umschulungsmaßnahme mit dem Arbeitsamt werden zurzeit auch weitere Frauen zu Busfahrerinnen ausgebildet, sagt er. Immer hat die rebus GmbH auch Azubis in ihren Reihen. Zurzeit sind es sieben, ab August neun. Sie erlernen den Beruf des Kfz-Mechatronikers und nehmen nach der Lehre an einer Weiterbildung zu Busfahrern teil. Bei Bedarf können sie dann auch im Fahrbetrieb eingesetzt werden. „Momentan sind aber keine Mädels unter den Azubis“, so Dankert.

Im Vielfaltwald in Klueß schauten sich zum Girls’ Day 15 Mädchen um, denen die Berufe der Forst nahe gebracht wurden. Auch zwei der drei Auszubildenden erklärten einiges über ihren künftigen Beruf als Forstwirtin. Sabrina Spiekermann ist bereits im dritten Lehrjahr. Ihr größter Wunsch ist die Revierförsterei, darauf arbeitet sie hin. „Ich bin ein Naturmensch. Was mich reizt, ist die körperliche Auslastung, man sieht, was man geschafft hat“, sagt die 22-Jährige.

Shirley Hanauer ist von ihrem Opa mit der Liebe zum Wald und zur Natur angesteckt worden und absolviert das 1. Lehrjahr zum Forstwirt. Beide konnten ihren Spaß an der Arbeit im Wald den Mädchen weiter geben und viel Wissenswertes vermitteln. „Es ist total interessant“, sagte Celina Schmidt. In den kommenden Jahren wird landesweit der Einstellungskorridor in der Forst erweitert. Der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter derzeit sei sehr hoch, ließ Matthias Poeszus von der Öffentlichkeitsarbeit des Forstamtes wissen.

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