krakow am see : Regionale Firmen brauchen Hilfe

Andrea Burk beim Löten von Akku-Buchsen. „Das ist eine filigrane und anstrengende Arbeit, weil man immer sehr genau hinschauen muss“, sagt die Krakowerin, die seit 2010 in der Firma Schwab arbeitet. Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)
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Andrea Burk beim Löten von Akku-Buchsen. „Das ist eine filigrane und anstrengende Arbeit, weil man immer sehr genau hinschauen muss“, sagt die Krakowerin, die seit 2010 in der Firma Schwab arbeitet. Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)

Schlechtere Bedingungen im ländlichen Raum / Fachpersonal, Großabnehmer und Lehrlinge fehlen / Politiker besuchen Krakower Firmen

svz.de von
08. Juli 2014, 06:00 Uhr

Unternehmen im ländlichen Raum haben schlechtere Bedingungen, um sich auf dem Markt zu behaupten. Das bestätigt Reinald Schwab, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Elektronik Schwab Krakow am See. Schwab macht das an fehlendem Fachpersonal und fehlenden Großabnehmern in der Region sowie einer immer schwieriger werdenden Suche nach Nachwuchs fest. Als wichtiger Arbeitgeber

Trotzdem schätzt der Unternehmer die Lage der Firma nicht als schlecht ein. „Allerdings müssen wir etwas dafür tun“, betont Reinald Schwab, der den Betrieb 1996 gründete und inzwischen 50 Mitarbeiter hat.

Als Fachbetrieb der Elektrotechnik/Elektronik bietet die Firma vielfältige Dienstleistungen an. Sie produziert keine Endprodukte sondern als Zulieferer Miniatur- und Mikro-Spezial- und Sonderkabel sowie Steckverbinder, Kabelkonfektion und Kabelbäume sowie Schaltschränke und Steuerungen. Außerdem ist sie im elektronischen Gerätebau und der Leiterplattenbestückung tätig. Die Krakower Produkte sind in Windkraftanlagen, in der Medizin- und Sensortechnik, im allgemeinen Maschinenbau, im Druckmaschinenbau und im maritimen Bereich zu finden. Dass dabei Preis, Termintreue, kundenspezifische Lösungen und Produkte, qualifizierte Mitarbeiter und hohe Qualität Voraussetzungen sind, muss Schwab nicht besonders betonen. Ohne diese Grundbedingungen gehe heute sowieso gar nichts, betont er. Aber das genügt trotzdem noch nicht. Schwab schwört auf Innovationen. „Wir müssen uns etwas Neues einfallen lassen, uns einen Vorsprung erarbeiten, um zu bestehen. Für unsere Miniatur- und Mikrokabel für die Medizin- und Sensortechnik haben wir z.B. eine neue Verfahrenstechnik entwickelt.“ Geholfen hat der Firma dabei das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundes, mit dem Fördermittel für Projekte ausgereicht wurden. Für das Problem der fehlenden Fachkräfte und Lehrlinge hat er allerdings keine Antwort.

Auch nicht nach einem Besuch von Eckhardt Rehberg, CDU-Bundestagsabgeordneter, und Torsten Renz, CDU-Landtagsabgeordneter. Beide fordern nach ihrem Unternehmensbesuch bei Elektronik Schwab – außerdem waren sie bei der Lebo GmbH in Möllen – eine kontinuierliche Förderung innovativer Unternehmen im ländlichen Raum. „Es ist sehr erfreulich, dass sich trotz oftmals schlechterer Rahmenbedingungen innovative Unternehmen im Herzen Mecklenburgs auf einem erfolgreichen Weg befinden. Die Regionen außerhalb der großen Zentren und des Küstenstreifens brauchen starke Unternehmen, die wesentlich zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie zur kommunalen Finanzausstattung beitragen“, betonten beide Politiker in den Informationsgesprächen. Sie bekräftigten, dass der Bund hier weiter unterstützen müsse, etwa durch das ‚Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand‘, das Forschung und Innovationen in den mittelständischen Betrieben befördert.

Die größte Herausforderung der nächsten Jahre bleibt der Nachwuchs. „Dem Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel muss die zentrale poltische und gesellschaftliche Bedeutung beigemessen werden“, so Eckhardt Rehberg.
Torsten Renz (CDU) betonte die Bedeutung funktionierender Unternehmensstrukturen im ländlichen Raum: „Betriebe mit Wachstumspotenzial sind Kleinode in der Fläche. Diese müssen wir auch zukünftig pflegen.“



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