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Nordkornsaaten Güstrow : Regen macht Saatgut zu schaffen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nordkornsaaten GmbH Güstrow kämpft als größter Saatgutproduzent Deutschlands mit Wetterunbilden. Bisher trotzdem keine Einbußen.

Gestern Nachmittag auf dem Hof der Nordkornsaaten GmbH Güstrow im Bredentiner Weg. Stefan Stanislaus bringt zum vierten Mal an diesem Tag mit seinem Traktor und zwei Hängern Getreide. Er hat Winterweizen der Sorte Akteur geladen. Sechs Touren mit je 20 Tonnen wird er am Ende seines Arbeitstages von Wardow Vierzehner nach Güstrow transportiert haben. Das Getreide kommt vom Landwirt Frank Schulz. Der ist einer von 150 Landwirtschaftsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die mit der GmbH Verträge abgeschlossen haben und Getreide für die Saatgutproduktion anliefern.


Problem Keimfähigkeit


Stefan Stanislaus kommt, bevor er die Hänger abkippt, mit Carsten Bast ins Gespräch. Bast ist Prokurist der Firma und Leiter der Saatgutproduktion. Er nimmt den Winterweizen in Augenschein. „Der Weizen ist gut, weil er schon vor dem Regen gedroschen wurde“, schätzt er mit seinem geschulten Auge ein. Bast greift diesen Gedanken weiter auf, denn der Regen ist in diesem Sommer ähnlich wie 2011 das besondere Thema im Unternehmen und bei den Bauern. Dabei gibt es zwei Probleme, den Ernterückstand und die Feuchtigkeit des Getreides. „Die unbeständige Witterung hat bei der Ernte zu einem Rückstand von sieben bis zehn Tagen geführt. Bei der Wintergerste war es noch unkompliziert. Da hatten wir keine Probleme mit der Keimfähigkeit des Getreides, dem Kriterium Nummer 1 bei der Saatgutproduktion. Aber jetzt beim Winterweizen, beim Roggen und bei Triticalen verzeichnen wir einen beginnenden Auswuchs“, umschreibt Bast die aktuelle Situation. Deshalb wünscht er sich mit den 38 Mitarbeitern, 16 Saisonkräften und den Vertragspartnern in nächster Zeit fünf Tage beständiges Wetter. „Das würde uns noch einen Schritt voranbringen“, meint Carsten Bast, „und den Saatgutertrag aus der Rohware erhöhen. Normal ist, dass bei 100 Tonnen Rohware über 90 Prozent Saatgut werden. Bast: „Da haben wir dann schöne runde, dicke Körner, wie sie der Landwirt braucht, um die nächste Ernte vorzubereiten.“ Sollte das Wetter ausbleiben, sei die Politik gefordert, denn die Saatgutproduktion steht unter staatlicher Kontrolle. Es gehe um ein Absenken der Mindestkeimfähigkeit, um trotzdem gutes Saatgut in ausreichender Menge und Qualität für die Bauern zu produzieren, so Bast.

Trotzdem halten sich bei Nordkornsaaten, die zur Ceravis AG gehören, die Einbußen noch in Grenzen. Bast: „Wir haben bewusst vorgesorgt und hochwertige Ware für 2017 gelagert. Das zahlt sich jetzt aus.“

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