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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 20:09 Uhr

Johnson-Jahr : Reden über Uwe Johnson

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kunst- und Altertumsverein lud in die Güstrower Bibliothek ein / Johnsohn-Literaturtage im Oktober

svz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Uwe Johnson – der Name ist vielen Güstrowern ein Begriff, zumindest weiß man, dass der Schriftsteller in Güstrow zur Schule ging. Wer mehr über Johnson wissen wollte, kam am Sonnabend in der Bibliothek auf seine Kosten. Der Kunst- und Altertumsverein hatte im Johnson-Jahr eingeladen. Friederike Neubert und Sabine Moritz informierten nicht nur, sondern ließen sich auch gern in Gespräche verwickeln, z.B über einen Film über Uwe Johnson, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre.

„Wir sind keine Johnson-Spezialisten“, betonte Sabine Moritz gleich zu Beginn. Dennoch konnte sei einiges als ehemalige Leiterin der Bibliothek beitragen, erzählte, wie die Bibliothek zu ihrem Namen kam. „Die Anregung war vom Ehepaar Klug und von Herrn Walter gekommen“, erinnert sich Sabine Moritz. Damals war die Bibliothek noch im Schloss untergebracht. Neue Räume sollten gesucht werden. Ein bisschen hatten die Mitarbeiter gehofft, dass ihnen der Name helfen könnte, dort bleiben zu können. Aber den Namen „Uwe Johnson“ erhielt die Bibliothek letztlich nach der Bestätigung des Kreises am 10. Juli 1994.

Der Film „Wo ich her bin …“ Uwe Johnson und Mecklenburg von Christoph Bungartz ermöglichte einen Einblick in das Wesen des Schriftstellers. Bis zu seinem Tod sei er häufig nach Mecklenburg gekommen. Eine Heimkehr sei es nie gewesen, war im Film zu hören. Doch es waren die ersten Jahre – die Kindheit –die ihn letztlich geprägt hatten. Oftmals brauchte Johnson genau diese Landschaft für seine Romanwelten.

War er aber nun ein Dichter der beiden Deutschland? Das wollte er nicht sein, hat er gesagt. Friederike Neubert beschäftigte sich schon Anfang der 1990er-Jahre mit Uwe Johnson. „Man hat versucht, Uwe Johnson zu ideologisieren. Das wollte er nicht“, versuchte sie eine Antwort auf die Frage, warum er in den Westen Deutschlands ging. Er habe dort leben wollen, wo seine Bücher auch gedruckt wurden. Letztlich aber sei er von beiden Teilen Deutschlands enttäuscht worden und darum noch weiter gezogen.

Dieser Nachmittag des Kunst- und Altertumsvereins darf als gute Vorbereitung auf die Johnson-Literaturtage gesehen werden. Nina Hoger & Ensemble Noisten treten am 17. Oktober um 19.30 Uhr im Theater auf. Regionalen Autoren gehört ein weiterer Abend. Am Donnerstag, dem 16. Oktober, lesen Sven Reiter aus seinem Science-Fiction-Roman und der Kabarettist Christoph Dietrich aus seinem satirischen Reiseführer durch Mecklenburgs „Unendliche Weiten“. Minister Mathias Brodkorb liest mit Schauspielstudierenden der HMT Rostock am 18. Oktober in Güstrow.

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