Landeswandertag Güstrow : Reden, sich bewegen, Spaß haben

Die Fünf-Kilometer-Strecke führte am Dom vorbei. So mancher Wanderer sah sich hier Barlachs Schwebenden an.
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Die Fünf-Kilometer-Strecke führte am Dom vorbei. So mancher Wanderer sah sich hier Barlachs Schwebenden an.

Über 1000 Teilnehmer waren beim diesjährigen 20. Landeswandertag der Volkssolidarität in Güstrow dabei – in der Form fand er nun zum letzten Mal statt

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22. August 2016, 12:04 Uhr

Über 1000 Teilnehmer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern hatten sich am Sonnabendvormittag zum 20. Landeswandertag der Volkssolidarität auf dem Güstrower Marktplatz versammelt. Bei bestem Wanderwetter nahmen sie die Drei-, Fünf- oder Zehn-Kilometer-Strecke unter ihre Füße. Zur Eröffnung hatte sich auch politische Landesprominenz wie Ministerpräsident Erwin Sellering oder Linken-Fraktionschef Helmut Holter eingefunden. Der Wahlkampf ließ grüßen. Obwohl VS-Landesvorsitzende Petra Billerbeck hervorhob, dass der Ministerpräsident während seiner Amtszeit kaum einen Wandertag ausgelassen habe. Ein Ringen um Wählergunst schimmerte dann doch durch, als Sellering unter den vorwiegend älteren Teilnehmern für das SPD-Konzept zur Angleichung der Ostrenten bis 2019 warb. „Da muss der ganze Osten zusammenstehen, damit wir das hinbekommen“, rief er den Wanderfreunden von der Bühne aus zu.

Dann aber wurde gewandert. André Schubert vom gastgebenden Kreisverband Mecklenburg-Mitte hatte die Routen durch die Stadt und in die nähere Umgebung Güstrows am Computer ausgerechnet und in der Praxis überprüft. „Es war gar nicht so einfach, die geforderten Kilometer annähernd hinzubekommen“, verriet er. Für Landesgeschäftsführerin Kerstin Liebich war die Zehn-Kilometer-Strecke zum Sumpfsee die schönste Route. „Auf dem Rückweg hat man ständig die Silhouette der Barlachstadt im Blick“, schwärmte sie. Manch ein Teilnehmer nutzte die Chance, im Dom einen Blick auf Barlachs Schwebenden oder im Schloss mit ein paar Metern durch den Garten die Route etwas zu verlängern. „Wenn es die Gesundheit zulässt, nehme ich an jedem Landeswandertag teil. Man trifft andere Menschen, kommt ins Gespräch, hat Spaß und sieht auch mal etwas anderes“, nannte Gudrun Alm aus Ribniz-Damgarten Gründe für ihre Entscheidung, nach Güstrow zu kommen.

Bernd Hilse aus Wismar wollte in der Aktion auch eine Demonstration zum Zusammenhalt der VS sehen. „Durch den Immobilienskandal hat das Ansehen der Volkssolidarität gelitten. Aber das war nicht die VS, das waren zwei, drei Leute“, versicherte er. Für Helga Hanke ist Bewegung das wichtigste Motiv zum Wandern. „Sonst rostet man doch ein, das geht im Alter ganz schnell“, versicherte die Stralsunderin und begab sich auf Stadterkundung. Seit zehn Jahren ist Karin Berndt aus Güstrow beim Wandertag dabei. Dieses Mal aber blieb sie auf dem Markt und genoss das Bühnenprogramm. „Die Beine wollen nicht mehr so“, begründete sie und erfreute sich an Auftritten einer Tanzgruppe aus Laage, hörte dem Shantychor „Luv und Lee“ zu oder wartete auf die Schlagersängerin Monika Herz und ihren Sohn David.

Hochbetrieb herrschte an den Versorgungsständen. Marko Müller, Chef der Großküche Bossow, hatte mit seinen Mitarbeitern 1000 Portionen Erbseneintopf, 400 Portionen Milchreis, dazu Brat- und Rauchwürste sowie jede Menge Kuchen für die Kaffeezeit im Angebot. „Es war ein wunderbarer Wandertag in einer schönen Stadt“, zog Petra Billerbeck ein Resümee. Dennoch werde der 20. Landeswandertag der letzte in dieser Form sein, sagte sie. Künftig wolle man Wandertage in den Kreisverbänden stärker unterstützen und dafür auf einen zentralen Tag verzichten, kündigte sie an.

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