Renaturierung : Recknitz auf neuen Wegen

Vor dem Wehr bei Kronskamp, das noch entfernt wird, trifft das neue Flussbett der Recknitz von links kommend auf das bestehende.
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Vor dem Wehr bei Kronskamp, das noch entfernt wird, trifft das neue Flussbett der Recknitz von links kommend auf das bestehende.

Renaturierung zwischen Liessow und Laage im Zeitplan / Verfüllung des alten Flussbetts hat begonnen

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14. April 2015, 06:00 Uhr

Für die Recknitz zwischen Liessow und Kronskamp ist nichts mehr wie es war. Seit ein paar Tagen bahnt sich das Flüsschen seinen Weg durch ein neues Flussbett. Das schlängelt sich durch die Wiesen und ist seit Anfang des Jahres neu angelegt worden. Dahinter steckt die Forderung nach einer ökologischen Durchgängigkeit, die laut EU-Wasserrahmenrichtlinie durchgesetzt werden soll. Der Abschnitt der Recknitz war bisher mit einer Zustandsnote 4 bewertet worden. Ziel ist die Note 2 nach Abschluss der Renaturierung.

„Das neue Flussbett ist fertig, der Umschluss erfolgt. Jetzt wird bereits das alte Flussbett mit dem vorhandenen Aushub verfüllt“, berichtet Kathrin Weidmann vom Institut für ökologische Forschung und Planung „biota“. Nahe Liessow sei das bereits geschehen. Auch ein neues Gerinne für den Pludderbach als wichtiger Zufluss der Recknitz ist zum großen Teil bereits geformt. Hier werde der Umschluss in dieser Woche erfolgen, kündigt die Planerin an.


Wehr entfernen und Weg am Fluss bauen


Danach werden an den Abschnitten der Recknitz und des Pludderbaches, die nicht grundlegend verändert werden können, Strukturverbesserungen vorgenommen. Für die Recknitz beträfe das die Trasse zwischen dem Wehr in Kronskamp und der B 108 bei Laage. Brückenbauwerke würden zum Festhalten am alten Verlauf zwingen, erklärt Weidmann. Man werde stellenweise die Ufer abflachen und Totholz einbringen, um so etwas mehr Natürlichkeit zu erreichen. Das gelte auch für den Pludderbach. Ist all das erledigt, wird zum Schluss auch noch das Wehr bei Kronskamp demontiert.

Mitte Juni, wenn alles fertig sein soll, wird dann am neuen Flusslauf auch ein Weg für die Gewässerpflege angelegt sein. „Dazu sollte es schon möglichst trocken in den Wiesen sein, weil dafür viel Material transportiert werden muss“, erklärt die Planerin. Als Baustraße werde man den Liessower Damm nutzen und diesen auf jetzt besonders schlechten Abschnitten ausbessern. „Das Material bleibt natürlich liegen, so dass die Verbindung dann schon in einem besseren Zustand ist. Ein Ausbau kann erst später über einen weiteren Maßnahmeplan erfolgen“, macht Weidmann aufmerksam.

Den Ausbau dieses Weges wünscht sich die Stadt Laage als Träger des Bodenordnungsverfahrens, in dessen Mittelpunkt aber ausdrücklich die Renaturierung der Recknitz steht. Das BOV war eigens eröffnet worden, um die Eigentumsverhältnisse in diesem Sinne zu sortieren. 35 Hektar nutzungsfreier Raum zu beiden Seiten der Recknitz sollen dem Fluss in den nächsten Jahren die Möglichkeit für weitere Entwicklungen geben.

Rund 1,8 Millionen Euro sind für das Vorhaben veranschlagt. Die Stadt Laage ist mit 187 000 Euro beteiligt. Das Geld liegt seit Jahren genau für diesen Zweck bereit.

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