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Amtsgericht Güstrow setzt Haftstrafen zur Bewährung aus : Rechtsextreme Schläger aus Gnoien verurteilt

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Vor dem Güstrower Amtsgericht endete jetzt nach 13 Verhandlungstagen ein Prozess gegen zwei Rechtsextreme aus Gnoien. Ihnen wurde Körperverletzung, versuchte Nötigungen und Sachbeschädigungen zur Last gelegt.

Güstrow | Vor dem Güstrower Amtsgericht endete jetzt nach 13 Verhandlungstagen ein Prozess gegen zwei Rechtsextreme aus Gnoien. Ihnen wurden zahlreiche Körperverletzungen, versuchte Nötigungen und Sachbeschädigungen zur Last gelegt, die sie zwischen Juli und September 2010 begangen haben sollen. "Die Taten hatten einen rechten Hintergrund und beide Täter sind der rechten Szene zuzuordnen", so Annemarie Düvel, Präsidentin des Amtsgerichtes Güstrow. Maik S. und Willi P. wurden zu Haftstrafen verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Maik S., zum Tatzeitpunkt Heranwachsender, hat sich nach Ansicht des Gerichts der Körperverletzung in vier Fällen, der zweifachen versuchten Nötigung und vierfachen Sachbeschädigung schuldig gemacht. Nach Angaben des Vereins "Lobbi", der in Mecklenburg-Vorpommern Opfer rechter Gewalt berät und betreut, schlug und trat er im Juli 2010 zusammen mit anderen auf einen alternativen Jugendlichen in Gnoien ein, weil dieser Neonaziaufkleber in der Stadt entfernt hatte. Zusammen mit dem Mitangeklagten Willy P. habe er diesen Jugendlichen im September 2010 dann erneut attackiert. S. sei außerdem am Sprühen neonazistischer Parolen an einem Jugendclub und einer Schule in Gnoien beteiligt gewesen und habe zusammen mit P. hunderte rechte Aufkleber in Dörfern der Umgebung verklebt. Für diese und weitere Straftaten verurteilte ein Schöffengericht Maik S. nun zu einer zweijährigen Haftstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Daneben muss er eine Geldbuße zahlen, Arbeitsstunden leisten.

Das Gericht sah es außerdem als erwiesen an, dass Willy P. im September 2010 während eines Dorffestes zusammen mit anderen Rechten drei Jugendliche angegriffen und sie durch Schläge und Tritte verletzt habe. Diese Tat gestand er, gab allerdings kein Motiv an. Dieses sei laut "Lobbi" erst deutlich geworden, als das Gericht Auszüge aus dem SMS-Verkehr zwischen ihm und Maik S. vortrug. Diesen zufolge hatte er die Betroffenen offensichtlich für Antifaschisten gehalten. Er wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten bei einer Bewährungszeit von zwei Jahren verurteilt und muss eine Geldbuße von 1200 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen.

Die zur Tatzeit 19 und 21 Jahre alten Angeklagten wurden nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Damit endete der Prozess, der bereits am 3. August dieses Jahres begonnen hatte und ursprünglich 17 Anklagepunkte umfasste. S. und P. äußerten sich nicht, ob sie das Urteil annehmen oder nicht.

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erstellt am 15.Dez.2011 | 10:00 Uhr

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