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Wohnhaus von Arne Schuldt in Güstrow beschmiert : Rechte Attacke auf Bürgermeister

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Attacke auf das Wohnhaus von Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt. Unbekannte sprühten in der Nacht zu Sonnabend "Lichtenhagen kommt wieder" an die Hauswand. Eine Anspielung auf das geplante Asylbewerberheim in Güstrow.

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2013 | 10:22 Uhr

Güstrow | Rechtsextreme Attacke auf das Wohnhaus von Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt. Unbekannte sprühten in der Nacht zu Sonnabend mit schwarzer Farbe die Worte "Lichtenhagen kommt wieder" an die Hauswand. Eine offensichtliche Anspielung auf das geplante Asylbewerberheim in Güstrow-Dettmannsdorf. Die zunächst harmlos erscheinende Sachbeschädigung könnte als indirekter Aufruf zum Landfriedensbruch interpretiert werden, also als Ankündigung eines geplanten Angriffs auf das Asylbewerberheim.

So interpretiert es auch Schuldt. "Ich empfinde es zudem als persönlichen Angriff auf mich, da nur unser Haus und kein anderes in der Straße beschmiert wurde", sagte er gestern auf SVZ-Nachfrage. Der Vorfall verdeutliche, dass man nicht nachgeben dürfe, für demokratische Werte und gegen Ewiggestrige einzutreten. Gleichzeitig kann Schuldt dieser Attacke aber auch etwas Positives abgewinnen: "Der jüngste Protest zahlreicher Güstrower gegen den NPD-Aufmarsch in unserer Stadt hat offensichtlich Wirkung gezeigt, sonst würde jetzt nicht von rechter Seite diese Reaktion kommen." Schuldt hat Anzeige wegen der Schmiererei an seinem Wohnhaus erstattet.

Der Schriftzug auf der Außenmauer des Hauses hat eine Größe von 250 mal 150 Zentimetern. Es entstand ein Sachschaden von mehreren 100 Euro. Das Kriminalkommissariat der Polizeiinspektion Güstrow habe umgehend die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen, informiert Polizeihauptkommissar Torsten Sprotte. Ob auch bereits der Staatsschutz eingeschaltet sei, wollte er am Wochenende nicht bestätigen.

Polizei stellt Jugendliche mit rechtsextremen Aufklebern

Mutmaßlich im Zusammenhang mit der Attacke auf das Haus des Bürgermeisters steht ein weiterer Vorfall mit rechtsextremen Hintergrund am späten Freitagabend in Güstrow. Eine zehnköpfige Personengruppe soll gegen 22 Uhr im Stadtgebiet Aufkleber gegen das geplante Asylbewerberheim angebracht haben. Nach einem Hinweis rückten Güstrower Polizeibeamte aus und stellten vor Ort zwei Personen. Die beiden 16- und 21-Jährigen seien der Polizei bereits bekannt und würden in der Barlachstadt wohnen, heißt es. "Bei den Jugendlichen wurden mehr als 40 Aufkleber festgestellt, welche sich inhaltlich gegen das Asylbewerberheim im Stadtteil Dettmannsdorf richteten", so die Polizei weiter. Die Beamten entdeckten dann mehr als 200 dieser Aufkleber an Gebäuden, Papierkörben und Verkehrs- sowie Werbeschildern in Güstrow. Die Polizei habe die Aufkleber jedoch entfernt. Die aufgegriffenen Jugendlichen hätten mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige zu rechnen.

Daneben entdeckte die Güstrower Polizei Freitagabend ca. weitere 70 Aufkleber, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen seien. Laut Polizei ist auf den Aufklebern als "Verantwortlicher im Sinne des Presserechts" der Name Stefan Köster verzeichnet, Landesvorsitzender der NPD in MV. Ende März war die NPD gegen das Asylbewerberheim in Güstrow aufmarschiert.

Erst vergangenen Dienstag war es in Güstrow zu einer illegalen Plakataktion gekommen, die sich ebenfalls gegen das Asylbewerberheim richtete. Am Werbeturm am Ortseingang prangte ein Banner mit der Aufschrift "Dettmannsdorf sagt nein. Wir wollen kein Asylantenheim".

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