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Heute Tarifverhandlungen : Rebus: heiße Phase im Tarifstreit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Droht größtem Busunternehmen im Landkreis erneut Streik? / Heute „finale Verhandlungsrunde“ zwischen Verdi und Rebus-Führung

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Vor dem Hintergrund der Enthüllungen unserer Zeitung über den Abhör-Skandal bei der Regionalbus Rostock, kurz Rebus, gehen heute die Tarifverhandlungen beim größten Busunternehmen des Landkreises Rostock in die entscheidende Phase. „Der Deckel muss heute zugemacht werden“, fordert der Betriebsratsvorsitzende Tino Meschkat. Der Tarifstreit schwelt seit Februar, nachdem ein Warnstreik der Busfahrer den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis für einen Tag nahezu lahm gelegt hatte (SVZ berichtete).

Verdi-Geschäftsführer Detlev Follak bezeichnet die heutigen Gespräche mit der Rebus-Geschäftsführung in Rostock als „finale Verhandlungsrunde“. Und Meschkat ist überzeugt, dass die Enthüllungen um den Abhör-Skandal die Tarifverhandlungen für die rund 260 Rebus-Mitarbeiter anfeuern könnten. Follak ist mit den bisherigen Verhandlungen durchaus zufrieden. „Es gibt vorsichtige Signale, dass wir einen Überleitungsvertrag bis zum endgültigen Branchentarifvertrag hinbekommen“, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. „Dennoch gibt es noch zwei bis drei Knackpunkte. Arbeitskämpfe sind weiterhin nicht ausgeschlossen.“ Falls die Verhandlungen heute scheitern sollten, drohen in der Tat erneute Streiks.

Verdi und Betriebsrat fordern für die Busfahrer von Rebus „gleiches Geld für gleiche Arbeit“. „Die Arbeits- und Einkommensbedingungen differieren erheblich“, unterstreicht Follak. Deshalb sollen nach Ansicht von Verdi diese Bedingungen in einem ersten Schritt harmonisiert werden. Die Diskrepanzen bestehen seit der Fusion zur Rebus Mitte vergangenen Jahres, als sich die vier Verkehrsunternehmen Küstenbus GmbH, Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow mbH (OVG), Hameister Personenverkehr GmbH sowie Regionalverkehr Küste GmbH (RVK) zusammenschlossen.

In einem zweiten Schritt fordert Verdi den Einstieg von Rebus in den Branchentarifvertrag. „Wir wollen, dass sich alle großen kreiseigenen Busbetriebe in MV dem Branchentarifvertrag anschließen“, sagt der Verdi-Chef. Das lehnt die Rebus-Führung mit Geschäftsführerin Simone Stephan an der Spitze aber bisher ab.

Den vergangene Woche publik gewordenen Abhör-Skandal bei Rebus bezeichnet Follak „als starkes Stück“. „Man kann nicht einfach heimlich eine Kamera in einen Bus einbauen.“ In einem Bus von Rebus waren ohne Wissen des Betriebsrates eine Kamera sowie ein Tonaufzeichnungsgerät im Kassenbereich des Busfahrers installiert gewesen. Das soll bereits vor der Fusion zur Rebus passiert sein. Der Rebus-Betriebsrat schaltete nach Bekanntwerden des Vorfalls den Datenschutzbeauftragten des Landes MV sowie die Staatsanwaltschaft ein.


 

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