zur Navigation springen

Raumfahrt in MV : Raumgleiter im Anflug auf Laage

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zentrum für Luft- und Raumfahrt prüft Möglichkeit für Raumschiff-Landungen auf deutschen Flughäfen / Auch Laage wird ins Auge gefasst

Landen Raumschiffe in einigen Jahren auf dem Rollfeld von Rostock-Laage? Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist auf der Suche nach möglichen Landeplätzen für bestimmte Raumschiffe. „Im vergangenen Jahr wurden etliche Vorstudien angefertigt, um in Deutschland Flughäfen zu finden, die formal dafür geeignet sein könnten“, bestätigt Andreas Schütz, Sprecher des DLR. Dabei wurden einige Flugplätze als geeignet identifiziert – unter anderem Rostock-Laage. An dem Flughafen ist als einziger Standort bundesweit mit dem Jagdgeschwader auch die Ausbildung der Eurofighter-Piloten angesiedelt.

Untersucht wurden die Infrastruktur, die Auslastung des Flugverkehrs in dem speziellen Areal sowie die Auslastung des jeweiligen Flughafens. „Diese Rahmenbedingungen zur Schaffung eines Raumschifflandeplatzes treffen zum Teil auf Mecklenburg-Vorpommern zu“, so Schütz. Die Endergebnisse der Untersuchung kenne er aber nicht. „Die Schlussfolgerungen über einen Standort trifft nicht das DLR, sondern das US-Luftfahrtunternehmen SNC (Sierra Nevada Corporation) in Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Anbieter der Raumfahrttechnik“, erklärt Schütz.

„Dass Raketen auf einem Flughafen starten oder gar landen sollen, ist nicht möglich“, ist sich André Flohr, stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises Luft- und Raumfahrt MV, sicher. Flohr ist in Laage beim Jagdgeschwader stationiert. Dafür sei das Land zu dicht besiedelt und der Start- Prozess berge ein zu hohes Risiko. Infrage komme ein Raumgleiter. „Dieser würde ähnlich einem Flugzeug mit eigenem Fahrwerk landen können und somit nur eine Start- beziehungsweise Landebahn benötigen“, erklärt Flohr. Dies soll der „Dream Chaser“ können, für den laut DLR ein Landeplatz gesucht wird. Der Raumgleiter wird in Kooperation zwischen der europäischen Raumfahrtagentur und SNC entwickelt. Er soll ab 2017 Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS und zurück zur Erde fliegen sowie kritische Fracht transportieren.

Laut Steffen Wehner, Sprecher des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, gibt es „keine konkreten Anknüpfungspunkte zu möglichen Raumschifflandeplätzen“ im Land. Zivile Raumgleiter seien kein aktuelles Thema, sondern ein Entwicklungsprojekt, das Jahrzehnte beanspruche. Die Landesregierung stehe regelmäßig in Kontakt mit dem DLR, so Wehner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen