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Bienen und Honig : Raps in voller Blüte: Hochsaison bei Imkern

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Imker wünscht sich engere Zusammenarbeit mit Landwirten für bessere Bedingungen für Bienen

„Honig kann man importieren, die Naturbestäubung nicht“, betont Siegurt Tilly. Der 79-jährige aus Groß Roge weiß wovon er spricht. Seit mehr als 50 Jahren widmet er sich der Imkerei. Die hat gegenwärtig Hochsaison in Mecklenburg-Vorpommern. In regelmäßigen Abständen heißt es für die rund 1800 Imker im Land Völker kontrollieren und Honigraum geben. Denn zurzeit gibt es zum Beispiel beim Raps für die Bienen ein großes Nektarangebot.

Die Imker haben in diesem Jahr ganz besonders mit der Varroa-Milbe zu kämpfen. Dieser Parasit lebt an den Honigbienen und kann zu einem Bienensterben führen. Die Milbe hat sich, infolge des langen Sommers 2014, in den zurückliegenden Monaten in den Bienenstöcken des Landes stark ausgebreitet und zur Vernichtung ganzer Völker beigetragen. Allein im Imkerverein Teterow, in dem Tilly Mitglied ist, schätzt man die Winterverluste infolge des Milbenbefalls auf bis zu 70 Prozent ein.

Dennoch will man auch in diesem Jahr versuchen, wieder einen guten Ertrag zu erzielen und neue Bienenvölker heranziehen. „Schließlich ist die Biene auch für die Landwirte unverzichtbar“, sagt Tilly. Während zum Beispiel bei Kirschen durch den Wind pro Tag 1,8 Kilogramm befruchtet werden, schafft eine Biene in derselben Zeit 18 Kilogramm. Daher müssten Landwirte und Imker unbedingt eng zusammenarbeiten, meint der Imker. „Schön wäre es, wenn sich die Landwirte mit eigenen Bienenvölkern anfreunden könnten und gute Lebensbedingungen für alle bestäubenden Insekten schaffen würden“, so der Rentner weiter.

Denn die Imkerei ist in Gefahr. Viele junge Menschen interessieren sich nicht mehr für Bienen. Das bestätigt auch eine Erhebung des Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahre 2014. Demnach sind zwei Drittel aller Imker im Land älter 60 Jahre. Nicht zuletzt deshalb müsse nach Tillys Meinung mehr für die Imkerei getan werden. Dazu gehört nach seiner Ansicht neben der Nachwuchsförderung auch das Engagement der Gesellschaft zur Schaffung günstiger Lebensräume für alle Bestäubungsinsekten und die Beachtung der Gebrauchsanweisungen bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln.  

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