Kultur aktuell 2016 : Rambow plant Schau mit Alain Weill

In seinem Arbeitszimmer blättert Gunter Rambow in einem Katalog des Plakatpublizisten Alain Weill, der in diesem Jahr in der Galerie Rambow eine Ausstellung gestalten möchte.
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In seinem Arbeitszimmer blättert Gunter Rambow in einem Katalog des Plakatpublizisten Alain Weill, der in diesem Jahr in der Galerie Rambow eine Ausstellung gestalten möchte.

Jahresprogramm für die Galerie für Kunst im öffentlichen Raum – Internationale Plakatkunst des 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart

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22. Januar 2016, 06:00 Uhr

Erst im Dezember vergangenen Jahres reiste der Güstrower Gunter Rambow nach Peking. Hier präsentierte der Plakatdesigner eine Vielzahl seiner Werke im Nationalen Zentrum für Darstellende Künste der chinesischen Hauptstadt. „Es war eine große Ausstellung, die sehr groß angebunden war“, reflektiert der Künstler. Überhaupt seien seine Arbeiten in der Volksrepublik sehr bekannt – insbesondere, weil sie auch zum Lehrstoff junger Grafikdesigner aus dem Land der Mitte gehören. Ihm selbst sei der Trubel um seine Person eher ein wenig zu viel, sagt Gunter Rambow.

„Da waren riesige Plakate mit meinem Namen im Eingangsbereich – das war schon ein bisschen viel“, sagt der Künstler mit einem Lächeln auf den Lippen. Auch habe Rambow in diesem Jahr wieder Einladungen nach Shanghai. Hier sei er seit 2010 Ehrendirektor des Forschungszentrums für internationales Design und Kunst an der dortigen Tongji-Universität. „Ob ich dort hinfahre weiß ich aber noch nicht. Ich bin inzwischen 78 Jahre alt und solche Reisen sind immer auch sehr anstrengend für mich, obgleich sie natürlich auch interessant sind“, sagt Gunter Rambow, während er in einem der vielen Ausstellungskataloge blättert.


Neue Schau beim Mittagessen geplant


Dieser sei von dem Pariser Alain Weill, einem der bedeutendsten Plakatpublizisten, sagt Rambow weiter. „Ich habe ihn unlängst im Folkwang-Museum in Essen getroffen. Hier haben wir im Museumscafé beim Mittag eine lange Unterhaltung geführt“, erinnert sich Rambow und fügt hinzu: „Dann sagte er ganz spontan, dass er mit einer großen Rolle von Plakaten bei mir aufkreuzen werde und wir zusammen hier in Güstrow ausstellen – und ich nehme ihn beim Wort.“ Diese Schau plant der Güstrower Galerist für das laufende Jahr. „Einen konkreten Termin gibt es aber natürlich noch nicht“, sagt er weiter. Es werde dann ein Potpourri an Designern aus aller Welt sein, verspricht Rambow.

Wie in jedem Jahr, plant der Galerist diese eine große Schau in seinen Ausstellungsräumen am Güstrower Domplatz. „In so einer Ausstellung steckt viel Arbeit und Geld und ohne Unterstützung – meine Frau und ich machen das ganz allein – kann es keine weiteren Ausstellungen geben“, sagt der Wahl-Güstrower, der seit dem Jahr 2000 in der Barlachstadt lebt und arbeitet. Auch das Interesse an Plakatkunst sei nicht sehr groß. „Zur Eröffnung kommen immer viele Gäste, aber über die Sommermonate wird es immer weniger“, gibt Rambow zu bedenken. So war es auch bei seiner zurückliegenden Schau.

Hier präsentierte er Werke des französischen Grafikerkollektivs Grapus. „Ihre Arbeiten halte ich weltweit für wegweisend – darum habe ich sie bei mir gezeigt“, sagt Rambow. Inzwischen habe er alle großen Grafiker ausgestellt. „Also die, die mir gefallen und die, die ich als Personen schätze“, sagt der Designer, der auch 30 Jahre lang als Professor an verschiedenen Hochschulen gelehrt hat – darunter die Universität Kassel und die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.


Junge Designer in den Startlöchern


„Es gibt viele junge und pfiffige Designer, wirklich gute Leute. Anders als beispielsweise ich, haben sie einen ganz anderen Zugang zu sozialen Medien, Smartphones und dem Internet“, beobachtet Gunter Rambow und fügt hinzu: „Sie benutzen ganz andere visuelle Codes, vermitteln über Zeichen eine Sprache, die von den Menschen ihrer Generation verstanden werden.“ Eine neue Generation von Designern, die aber dennoch durch die Alt-Designer beeinflusst werden. So erklärt sich schließlich auch der Erfolg und die Popularität Gunter Rambows im Reich der Mitte.

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