zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

23. Oktober 2017 | 12:06 Uhr

Güstrow : Qual der Wahl aus 20 000 Farben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Lackiercenter Gerd Handel eine der größten Firmen der Branche im Landkreis und besteht seit 20 Jahren.

Lackiererin Kerstin Pingel steht mit Inhaber Gerd Handel mit der Schleifscheibe in der Hand an der Motorhaube eines Pkw. Sie arbeitet seit 20 Jahren und damit seit Beginn im Lackiercenter Handel Güstrow und ist in diesem Monat mit dem Chef und 24 weiteren Kollegen ins dritte Jahrzehnt des Betriebes gestartet. Gleichzeitig ist es das Jahr Nummer 2 mit der 2016 von der Holm & Co. GmbH gekauften Lackiererei in der Langen Stege. „Ich bin den Schritt gegangen, weil ich den Betrieb vergrößern wollte, um auf dem Markt noch besser zu bestehen“, erklärt der 53-Jährige seine Entscheidung. Damit erweiterte das Lackiercenter seine Kapazität um rund 40 Prozent. Die zwölf Kollegen der GmbH übernahm Handel. „Wir haben jetzt mit der angestammten Werkstatt im Lindbruch und der Langen Stege zwei Standorte in Güstrow und gehören damit zu den größten Firmen der Branche im Landkreis“, sagt Handel, der beide Objekte gemietet hat.


Standorte im Lindbruch und in der Langen Stege


„Es war der richtige Schritt. Es läuft gut und die Zahlen im Vergleich zum Jahr stimmen. Vor allem können Kundenaufträge noch schneller erfüllt werden“, stellt Handel zufrieden fest. Gegenwärtig verlässt z.B. ein neu zu lackierendes Auto nach zwei bis drei Tagen das Center. Außerdem werden Teile für Pkw und Lkw, Motorräder, Boote, Küchenmöbel, Türen und Rolltore lackiert. Autos und Autoteile machen mit 70 bis 80 Prozent das Gros aus.

Die Auftragslage für die Zukunft schätzt Gerd Handel als gut ein, denn des Deutschen liebstes Kind – das Auto – wird mehr denn je gekauft und soll dann vor allem auch immer gut aussehen. „Dafür ist nun einmal die Farbe sehr wichtig“, weiß der Experte. Handel profitiert vor allem von Reparaturen. Er arbeitet mit 20 Autohäusern in der Region zusammen. Die Auswahl an Farben ist groß, auch wenn zu 70 Prozent Weiß, Silber und alle dunklen Farben bis zum Schwarz im Uni- oder Metallic-Lack mittlerweile seit Jahren dominieren. Trotzdem kann der Kunde aber aus 20 000 Farben auswählen. Das geschieht an vier Farbmischaggregaten. Dort wird ein Farb-Code eingegeben und der Computer ermittelt die Mischformel. Dann wird per Hand gemixt. Die Mengen können zwischen 0,05 Millilitern bis zu zehn Litern betragen.

Allerdings ist das Lackieren eine schmutzige Arbeit. Gerd Handel sieht darin einen Grund, dass sich junge Leute scheuen, diesen Beruf zu ergreifen. Gegenwärtig hat er eine Auszubildende. Nathalie Lemke ist im 1. Lehrjahr. Gerd Handel bescheinigt ihr bisher einen guten Einstieg in die Lehre.

Handels Interesse an seiner jetzigen Arbeit entwickelte sich in der Jugend. Damals schraubte er an Motorrädern und Autos. Nach seiner Lehre als Zerspanungsfacharbeiter im Landmaschinenbau wechselte der Alt-Kätwiner in die LPG nach Wardow, und arbeitete als Landmaschinenschlosser. „Damals lackierten wir auch Fahrzeuge“, erinnert er sich. Nach der Wende machte Gerd Handel seinen Meister und nach Stationen in Kavelstorf, Rostock und Brünkendorf bei Sanitz eröffnete er vor 20 Jahren mit Lothar Eggert im Existenzgründerzentrum Glasewitzer Burg das H & E-Center, jetzt Lackiercenter Handel im Lindbruch. Seitdem ging es immer nur aufwärts. Das hofft Gerd Handel für sich und seine Kollegen auch in diesem Jahr.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen