Wildpark Güstrow : Pure Lebensfreunde bricht heraus

Dann öffnet sich die Luke und Frode voran marschiert zum Wasser. Fred folgt ihm.
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Dann öffnet sich die Luke und Frode voran marschiert zum Wasser. Fred folgt ihm.

Im Wildpark Güstrow haben die Bären Fred und Frode einen unruhigen Winterschlaf beendet.

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06. Januar 2018, 05:00 Uhr

Fred und Frode stehen schon in den Startlöchern, als Angelika Lederer gestern Vormittag zur Kurbel griff und ihnen die Luke öffnete. Die beiden Bären stürmen hinaus, toben über das Gelände, springen ins Wasser – so stellt man sich pure Lebensfreude vor. Die beiden 13-jährigen Bären im Güstrower Wildpark haben gestern ihren Winterschlaf beendet.

„Sie schlafen viel, aber nicht richtig fest“, sagt Wildpark-Geschäftsführer Klaus Tuscher. Normalerweise müssten sie jetzt etliche Tage am Stück schlafen. „Aber sie sind jeden Tag wach. Da können wir sie auch eine Stunde nach draußen lassen“, erklärt Tuscher. Die Bärenbrüder werden fortan selbst entscheiden. Wird es im Februar richtig kalt, sei damit zu rechnen, dass sie doch noch einmal in einen tieferen Schlaf fallen. Dann bleibt den Besuchern der Blick auf die Kamerabilder.

Erst einmal zeigten Fred und Frode gestern, dass die Entscheidung, sie wieder nach draußen zu lassen, goldrichtig war. Ungestüm schwamm Fred hin und her, schnappte sich einen Reifen und spielte damit. Dann sprangen die beiden aus dem Wasser und rannten den Berg hinauf. Eher ungläubig staunend sahen drei Wölfe dem Treiben zu und hofften wohl auch, das eine oder andere Stück Fleisch abzubekommen – aber keine Chance.

„Wir sind so stolz und froh, dass wir die beiden haben“, sagt Tuscher. Drei Jahre seien sie bei der Mutter in Schweden aufgewachsen, bevor sie nach Güstrow kamen. „Sie hatten eine Kindheit voller Abenteuer und haben alles gelernt, was sie können müssen“, erklärt der Wildpark-Chef. Die Tierpflegerinnen Angelika Lederer und Petra Koppe sind die Bezugspersonen für die Bären. Sie kennen die beiden genau und genießen ihr Vertrauen. Das gehe so weit, dass sie schon mal nach einem Wespenstich die Tatze hinhalten, damit eine der Tierpflegerinnen ihnen Salbe darauf streicht, erzählt Tuscher. Wenn er selbst bei einer abendlichen Wolfswanderung mit kleiner Gruppe auch mal ins Bärenhaus schaut, nehme er ihnen immer eine Honigstulle mit. „Als Entschuldigung dafür, dass wir sie noch einmal stören“, erklärt Tuscher.


Rekord : 161 501 Besucher im Wildpark

Nachdem vor Jahresfrist der 160 000 Besucher 2017 gezählt worden war (SVZ berichtete), brachte es der Wildpark insgesamt auf 161 501 Besucher. Das ist ein Rekordergebnis. „2009 waren wir knapp an die 160 000 gekommen, nun haben wir diese Marke übersprungen und den Nagel verdammt tief für die Zukunft eingeschlagen“, formuliert Geschäftsführer Klaus Tuscher.
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