Anti-Gewalt-Woche : Psychische Gewalt im Fokus

Landrat und Schrimherr der Antigewaltwoche Sebastian Constien, Inken Balla, Leiterin des FFLZ, und Kerstin Beifuhs von der Beratungsstelle „Pro familia“ (v.l.) bei der Ausstellungseröffnung im Familienzentrum der Awo.
Landrat und Schrimherr der Antigewaltwoche Sebastian Constien, Inken Balla, Leiterin des FFLZ, und Kerstin Beifuhs von der Beratungsstelle „Pro familia“ (v.l.) bei der Ausstellungseröffnung im Familienzentrum der Awo.

Neue Fotoausstellung zu häuslicher Gewalt gestern im Familienzentrum der Awo. Die Schau ist bis 27. November zu sehen.

svz.de von
03. November 2015, 21:00 Uhr

Gewalt ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Ein blaues Auge sieht man schon, doch was ist mit einer kaputten Seele? Wie fühlt sich eine Frau, die von ihrem Mann eingesperrt wird oder mit Worten verletzt wird? Die Fotoausstellung „Häusliche Gewalt – Gewalt gegen Frauen; Fotografie als Aufklärung“, die gestern im Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) eröffnet wurde, nimmt genau diese oft nicht sichtbaren „Verletzungen“ ins Visier.

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Opferschutz wurde sie im Rahmer der Antigewaltwoche vorbereitet. Die Ausstellung entstand 2011 bei einer Plakatkampagne in der Region Hannover in Kooperation mit Studenten der dortigen Hochschule für Medien, Information und Design. Es sind Fotos, die auf den ersten Blick einem Modemagazin entspringen könnten. Doch auf den zweiten Blick soll der Betrachter erkennen, worum es geht. „Die Ausstellung will wachrütteln und zeigen, was wir im Alltag manchmal nicht mehr sehen“, so Inken Balla, Leiterin des Familienzentrums.

Dass das Thema der häuslichen Gewalt noch immer aktuell ist, wissen die Mitstreiter im Arbeitskreis. Im Landkreis Rostock waren es bis Ende Oktober 366 Familien, die mit diesem Thema konfrontiert wurden und sich nach Beratungen oder Hilfe umgeschaut haben. Landrat Sebastian Constien, der als Schirmherr fungiert, betonte gestern, dass oftmals bei häuslicher Gewalt auch Kinder betroffen sind. „Jeder Mensch hat ein Recht, gewaltfrei zu leben“, hob er hervor. Darum sei häusliche Gewalt keine Privatsache, sondern jeder müsse hinsehen. „Nur wenn viele das Thema in die Öffentlichkeit bringen, kann ein Wandel geschehen“, ist er sicher.

Die Ausstellung soll einen Teil dazu beitragen, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Ein Einzelfall sei Gewalt in Familien sicher nicht. Auch Kerstin Beifuhs wird in der Beratungsstelle „Pro familia“ mit dem Thema konfrontiert. „Junge Mütter kommen zu uns, die mit Gewalt aufgewachsen sind. Sie wollen sich Hilfe holen, weil sie es mit ihren Kindern anders machen wollen“, erzählt sie.

Die Fotografien-Ausstellung wird bis zum 27. November im Foyer des Familienzentrums der Awo zu sehen sein.


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