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Bürgerinitiative geplant : Protest gegen Windräder kommt aus Recknitz

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Ein 200 Hektar großes mögliches Eignungsgebiet für Windkraft bei Recknitz ist in der Diskussion. Die Gemeinde wird die Aufstellung von Windrädern kaum verhindern können. Protest kündigt sich an.

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erstellt am 14.Apr.2013 | 05:41 Uhr

Recknitz | Ein 200 Hektar großes mögliches Eignungsgebiet für Windkraft bei Recknitz ist in der Diskussion. Mancher nimmt es hin, andere kündigen Protest an. "Die Energiewende ist politisch gewollt", betont Bürgermeister Holger Büttner und nimmt an, dass die Gemeinde die Ausweisung von Eignungsgebieten und die Aufstellung von Windrädern kaum verhindern kann. Ganz aber wolle man sich die Sache nicht aus der Hand nehmen lassen. Um den Prozess im Rahmen der Möglichkeiten mitgestalten zu können, soll die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal bei Recknitz beschlossen werden. Büttner kündigt dies für die nächste Sitzung der Gemeindevertretung an. Für die Aufstellung von Windrädern werden Ausgleichsmaßnahmen fällig. "Davon sollen die Dörfer, die direkt betroffen sind, profitieren", sagt der Bürgermeister.

Auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung hätten sich keine Bürger gegen ein Windkraft-Eignungsgebiet bei Recknitz ausgesprochen, wohl aber weiß Büttner, dass es Gegner gibt. "Wir werden Widerspruch einlegen und richtig kämpfen", kündigt Joachim Knauder aus Recknitz an. Er sei auch mit Knegendorfern im Gespräch. Die Gründung einer Bürgerinitiative sei für die nächsten Tage geplant. "Wir sammeln auch Unterschriften, aber das lassen wir uns nicht gefallen", sagt der Recknitzer. 13 Anlagen könnten auf der Fläche stehen, denkt er. Die wolle man nicht vor der Haustür haben. Die Belastungen für das Dorf würden jetzt schon die Grenze des Erträglichen erreicht haben. Joachim Knauder nennt eine Klärschlammanlage, Fluglärm und den Verkehrslärm von der Autobahn. "Sollen die Windräder an den Autobahnen stehen, aber nicht dort, wo sie die Lebensqualität der Menschen beeinträchtigen", meint Joachim Knauder. Er hat sich bereits die Planungsunterlagen im Amt Laage angesehen und verweist auf Erfahrungen. Schon 2006 waren Windkraftanlagen bei Recknitz im Gespräch. Damals gab es Interessenten, die darauf drängten, dass das Areal in die Liste der Windkraft-Eignungsgebiete aufgenommen wird. Nach heftigem Bürgerprotest hätte die Gemeindevertretung damals einen Rückzieher gemacht und sich nicht dafür eingesetzt. "Nun haben wir es wieder auf dem Tisch und werden wieder dagegen kämpfen", sagt Joachim Knauder.

Planungsverband stellt 16 Standorte zur Diskussion

Anfang des Jahres hatte die Verbandsversammlung des Planungsverbandes Region Rostock eine Fortschreibung des Kapitels "Energie" im Raumentwicklungsprogramm beschlossen. Danach könnten an 16 Standorten rund 1300 Hektar als Windkraft-Eignungsgebiete ausgewiesen werden. Die Entwurfsplanung liegt derzeit in Städten und Ämtern aus. Bürger und die so genannten Träger öffentlicher Belange sollen dazu gehört werden. Danach soll eine Überarbeitung erfolgen und sich ein weiteres Beteiligungsverfahren anschließen.

Schon in der Vergangenheit war das Areal bei Recknitz betrachtet worden, Seinerzeit hatten ein Vogelzugkorridor, ein Schutzbereich um die Radarstation auf dem Schmooksberg und die unmittelbare Nähe zum Schloss Rossewitz gegen Windkraftanlage an der Stelle gesprochen. Doch die Kriterien wurden gelocker. Mit einer Entscheidung zu neuen Eignungsgebieten ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen.

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