Mastanlage in Suckwitz : Protest gegen Mega-Schweinerei

In Suckwitz soll eine Schweinemastanlage für knapp 8000 Tiere entstehen.
In Suckwitz soll eine Schweinemastanlage für knapp 8000 Tiere entstehen.

Anwohner, Umweltverbände und Touristiker lehnen eine Schweinemastanlage am Rande des Naturparks Nossentiner-Schwinzer Heide ab. Ein Landwirt will vier Millionen Euro in einen Stall investieren, in dem er pro Jahr 25.000 Schweine mästen kann.

svz.de von
16. Mai 2018, 20:45 Uhr

Neue Runde im Kampf gegen den Bau einer Schweinemastanlage in Suckwitz. Seit Jahren ziehen Anwohner, Umweltverbände und Tourismusvereine gegen das Großprojekt zu Felde (SVZ berichtete). Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Rostock hatte gestern zu einer öffentlichen Anhörung in Sternberg eingeladen, bei der alle Einwände auf den Tisch kamen.

Das Amt als Genehmigungsbehörde sprach von 117 Personen und Institutionen, die Einwände gegen den Bau der Anlage mit knapp 8000 Tierplätzen eingereicht haben. Deren Bedenken wurden zu Themenkomplexen wie Emissionen, Flächenverfügbarkeit, Naturschutz und Tierschutz zusammengefasst, die gestern erörtert wurden. Laut Umweltorganisation BUND wurden mehr als 250 Einwände erhoben.

Die Bürgerinitiative gegen Schweinemast in Suckwitz, die BUND-Ortsgruppe Bresenitz, der Verein „Natur, Tourismus, Landwirtschaft – Gesundes Dorf Reimershagen“ und auch der BUND Mecklenburg-Vorpommern befürchten wegen der hohen Konzentration von Tieren Gefahren für Gewässer und Luftqualität. „Die Gutachten zum Emissionsschutz sind ein Punkt der Anhörung gewesen“, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Die Prognosen für die Schadstoffausbreitung würden auf Daten einer 50 Kilometer entfernten Wetterstation in Schwerin beruhen.

Zudem ging es darum, ob dem Investor – Landwirt Thomas Schulz – überhaupt genügend Flächen zur Verfügung stehen. Anwohner haben die Kündigung von Pachtverträgen angedroht, wenn der Stall gebaut werden sollte. Aus Naturschutzsicht monierte der BUND, dass Gülleflächen mit Hangneigung direkt an einem Klarwassersee und Bächen ausgewiesen seien, für welche der Naturpark Schutzprojekte plane. Dort gebe es eines der letzten Vorkommen mit jungen Bachmuscheln.

Nach Angaben des Stalu sollen vier Millionen Euro in die Mastanlage investiert werden. Drei Vollzeit- und vier Teilzeitarbeitskräfte sowie Saisonarbeitskräfte sollen pro Jahr 25 000 Schweine mästen.

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