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Hohen Sprenz : Promenade bleibt öffentlicher Weg

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Verwaltungsgericht Schwerin wies Klagen von zwei Grundeigentümern in Hohen Sprenz ab.

Der Promenadenweg entlang des Sees in Hohen Sprenz ist ein öffentlicher Weg. Das stellte jetzt das Verwaltungsgericht Schwerin fest und wies die Klagen von zwei Grundstückseigentümern in dem Bereich zurück. Bürgermeisterin Angelika Exler fällt ein Stein vom Herzen. Ein mehr als zehn Jahre andauernder Streit dürfte damit beendet sein. „Es hat sehr lange gedauert, aber zuletzt zeichnete sich schon ein Erfolg aus unserer Sicht ab“, betont Exler.

Hin und her war es in den vergangenen zehn Jahren gegangen. Der Knackpunkt: Der Weg führt über private Grundstücke, die in dem Bereich des Dorfes bis ans Ufer des Sees reichen. Immer wieder waren Zäune errichtet worden, die den Weg versperrten und wieder freigaben. Jahrelang hatte die Gemeinde versucht, die Grundstücke für den zwischen 1975 und 1978 gebauten Weg in ihr Eigentum zu bekommen oder wenigstens eine Nutzung zu vereinbaren. Doch konnte man sich nie mit allen Grundstückseigentümern einigen. Auch ein Bodenordnungsverfahren, in dessen Zuge Grundstücke z.B. über einen Flächentausch neu geordnet werden können, führte nicht zum Erfolg. Eher im Gegenteil. Am Ende des Verfahrens lag ein Bodenordnungsplan vor, in dem es den Promenadenweg nicht mehr gab. Der Weg sei nie gewidmet worden, hatte es begründend geheißen. Dem Bodenordnungsplan hatte die Gemeinde widersprochen. „Und wir konnten uns durchsetzen“, berichtet die Bürgermeisterin. Das habe bereits Hoffnung gemacht. Viel Zeit investierte Exler in die Suche nach Unterlagen über den Promenadenweg. Als gemeinschaftliches Projekt war der Spazierweg am See angelegt worden. „Ein Straßenverzeichnis gab es in Hohen Sprenz nicht. Noch 1990 gab es nur Hausnummern“, erinnert sie sich.

Übrigens war man sich mit fünf Eigentümern immer einig, dass der Weg öffentlich genutzt werden kann. Mit vier Eigentümern, von denen zwei klagten, habe man nicht überein kommen können. So hatte die Gemeinde den Weg im vergangenen Jahr auf den unstrittigen Abschnitten wieder in Ordnung bringen lassen. Auf den anderen Abschnitten ist er stellenweise schon ein bisschen zugewachsen. Ob der Weg auch hier wieder hergerichtet wird, kann Exler noch nicht sagen. „Wir müssen sehen, was die Rechtslage zulässt“, betont die Bürgermeisterin.

„Unser Denkfehler war, dass wir dachten, dass der Weg in unserem Eigentum sein müsste, damit er öffentlich ist. Aber auch in einem Privatwald gibt es öffentliche Wege“, sagt die Bürgermeisterin und fügt hinzu. „Wir sind Gemeindevertreter, keine Juristen. Wir haben einen Willen und versuchen diesen durchzusetzen, müssen uns dabei aber auf das verlassen, was Fachleute uns sagen.“ Angelika Exler, so zitierte SVZ vor fünf Jahren, wollte nicht die Bürgermeisterin sein, die das Vorhaben – Erhalt des Promenadenweges – aufgibt.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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