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Güstrow : Projekt „Kukuk“ feiert seinen 10.

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Projekt bietet Langzeitarbeitslosen in Güstrow Hilfe zur Selbsthilfe und existiert dank ehrenamtlichen Engagements

von
erstellt am 25.Aug.2014 | 23:30 Uhr

Das Projekt „Kukuk“ gibt es in Güstrow seit zehn Jahren. Selbstverständlich ist das nicht, denn eine Anschubfinanzierung ist längst aufgebraucht, Unterstützung gibt es mal von hier, mal von dort, aber keine kontinuierliche Förderung. Ohne Ehrenamt wäre das Projekt längst eingestampft. Es bietet Hilfe zur Selbsthilfe an und hat dabei die Langzeitarbeitslosen im Blick.

„Anderswo gibt es Arbeitslosenverbände, bei uns ist es Kukuk“, sagt Karen Larisch, die selbst ehrenamtlich in diesem Projekt tätig ist. Hinter „Kukuk“ verbirgt sich Kunst und Kommunikation und Kochen. Ziel des Projektes ist es Menschen wieder für den Arbeitsmarkt vorzubereiten, eine Regelmäßigkeit in den Alltag zu bringen, sie für vier Stunden am Tag von der Couch zu holen. „Manchmal sitzen sie auch einfach nur da und trinken Kaffee“, sagt Larisch. Das müsse man aushalten. „Wer sich zehn Jahre hat hängen lassen, braucht Zeit“, denkt Larisch. Patrick Mevius (34) ist so jemand. 2010 kam er mit einem Ein-Euro-Job in das Projekt, jetzt hat er für drei Jahre eine Anstellung. Er kümmert sich um die Leute, die hier Sozialstunden leisten. „Er kennt jede Ausrede. Ihm macht keiner was vor“, betont Larisch. Falsche Freunde, Alkohol und Drogen haben ihn heruntergezogen. Sozialstunden hat er selbst schon geleistet. „Notorischer Schwarzfahrer“, erklärt er. Anfangs habe er auch bei „Kukuk“ nur herumgehangen. „Es ist eine Kopfsache“, denkt Patrick Mevius. Bei ihm habe es irgendwann Klick gemacht. „Hierher kommt man freiwillig, ohne Druck“, betont Larisch. Man sehe immer zu, dass man sich um nicht mehr als zehn Schicksale gleichzeitig kümmern müsse. Daran würden zehn Ehrenamtliche arbeiten. Hinzu kommen Ein-Euro-Jobs.

Das Projekt läuft in der Trägerschaft des GFM-Vereins, der auch Träger des Lokalen Bündnisses für Familie und der Villa Kunterbündnis ist. „Kukuk“ bietet auch Hartz-VI-Beratungen an und kümmert sich bei Bedarf um Asylbewerber, die dezentral in Güstrow untergebracht sind. „Unser Part ist es mit vielen anderen zusammen, den Hilfesuchenden im Alltag Unterstützung zu geben“, erklärt Karen Larisch. Und ihnen so eine Integration zu erleichtern.

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