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Endlich wieder hören können : Premiere im Klinikum Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erster Patient erhält heute im KMG-Klinikum Güstrow ein Cochlear-Implantat

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2015 | 05:00 Uhr

Für den Güstrower Klaus Salewski ist heute ein großer Tag. Als erstem Patienten wird dem 73-Jährigen heute in der HNO-Klinik des KMG-Klinikums Güstrow am linken Ohr ein Cochlear-Implantat eingesetzt. Wodurch der seit Jahrzehnten stark schwerhörige und zuletzt taube Mann endlich wieder hören kann.

Die Operation nimmt der neue Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Prof. Dr. Tino Just vor, der erst zu Beginn dieses Jahres seine Tätigkeit im Güstrower Klinikum begonnen hatte. Er verfügt über weitreichende operative Erfahrungen in diesem Fachgebiet und hat in den letzten Jahren insbesondere in der Rostocker Uniklinik die moderne Technologie der Cochlear-Implantation entwickelt. Hunderten Patienten hat der Arzt dort inzwischen so ein Implantat eingesetzt, das taube Menschen wieder hören lässt. „Das Cochlear-Implantat ist für Menschen vorgesehen, die mit einem konventionellen Hörgerät nicht mehr zu versorgen sind“, erläutert Just.

Dies trifft auch für Klaus Salewski zu. Jahrzehnte lang trug der frühere Kfz-Schlosser in beiden Ohren so ein konventionelles Hörgerät. Doch das bringt inzwischen vor allem rechts nichts mehr. Der Patient habe inzwischen beidseitig eine so hochgradige Innenohr-Schwerhörigkeit, dass nur noch ein Implantat helfe, so Prof. Just. „Wir wollen erreichen, dass Herr Salewski ohne Hörgerät links wieder ein Sprachverständnis hat“, so der Spezialist. Heute Früh um 8 Uhr war Klaus Salewski für den Chefarzt in Güstrow der erste Patient für diese Transplantation, die dem Rentner ein gut Stück Lebensqualität wiedergeben soll. Etwa anderthalb Stunden dauert der Eingriff, der in Vollnarkose und im Beisein eines sechsköpfigen OP-Teams erfolgt. Nach einem kleinen Schnitt hinter dem Ohr wird das Implantat unter die Haut geschoben, anschließend wird eine Hörschnecke in das Innenohr eingelegt. Außerdem erhält der Patient einen Prozessor, der, so wie ein Hörgerät, außen an Kopf und Ohr getragen wird. „Der Hörnerv wird elektrisch stimuliert“, erläutert Tim Just. Vier Tage lang muss der Patient nach der OP auf Station bleiben. „Wir übernehmen dann auch die lebenslange Nachsorge für die Patienten“, so Just. Dies betrifft das richtig Einstellen und Anpassen des Prozessors sowie die Rundum-Betreuung der Cochlear-Patienten bei Problemen. Etwa vier Wochen brauche es nach der OP, bis der Patient mit dem Implantat so gut hören kann, wie erhofft und gewünscht, so der Arzt.

 

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