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Vier Güstrower Bands treten auf : Premiere für Weihnachtsrock in Raden

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Der Wochenendtipp heißt Gaststätte Raden: Am Sonnabend treten vier Güstrower Bands beim 1. Weihnachtsrock auf: „Mega Kropf“, „Koppelrock“, „Ablandig“ und „dig.WAH“. So etwas passiert auf einem Dorf nicht alle Tage.

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2012 | 05:35 Uhr

Raden | Der "1. Weihnachtsrock" findet am Sonnabend ab 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) in der Gaststätte Raden statt. Die Idee kam von den Miesers in Reinshagen. Lars Mieser gehört zur Band "Koppelrock", sein Vater Andreas betreut die Band und hilft manchmal als Schlagzeuger aus. An dem Vorschlag fand Gaststätteninhaber Frank Kunze gefallen. "Ich wollte zwar keine öffentlichen Tanz mehr und habe mich nach dem Abbau der Disko auf Familienveranstaltungen konzentriert., aber ich fand die Idee sehr gut. Daher habe ich zugestimmt." Frank Kunze hat ein gutes Gefühl, denn mit einer Ü-30-Party am 1. Dezember hat er ein erfolgreiches "Comeback" gefeiert. Einmal im Vierteljahr will er daher weiter zu solchen Partys einladen.

Frank Kunzes "Comeback" in seiner Gaststätte in Raden

Der Weihnachtsrock hebt sich dabei heraus. "Ich freue mich und bin gespannt, wie das läuft", sagt Kunze. Wenn die Leute wirklich so heiß auf das Konzert und den Tanz sind wie sich das ankündigt, sollte der Saal mit 300 Besuchern gefüllt sein.

Die dürfen sich auf vier Bands freuen. Den Startschuss gibt "Mega Kropf". Die Ex-Güstrower Sebastian Kröplin (Drums), Gunnar Klüfkmann (Bass) und Martin Schröder (Gitarre) sind jetzt Berliner. Sie spielen ausschließlich Instrumentalmusik. Sie folgten dem Ruf aus Raden bzw. von Jens Kirk, dem Neffen von Martin Schröder. Der wiederum ist Trommler bei einer weiteren Band, die in Raden auftritt: "Ablandig".

"Ablandig" sind ein Berufsmusiker am Piano, ein Fotograf am Kontrabass, ein Heilerzieher am Schlagzeug und ein Schweißer an der Gitarre. Beim Stadtfest in Güstrow bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt hießen sie noch "Himmel und Erde". Wöchentliche Proben zeigen, sie werden auch nach Raden von sich hören lassen. Vorerst planen und arbeiten sie an einem zweieinhalbstündigen Programm, das im kommenden Jahr zu hören sein soll. Viele ruhige, aber auch groovige Arrangements mit deutschen Texten sind ihre besondere Note. Es sind das Leben, die Liebe und das Alltägliche, das sie besingen. Obwohl sie völlig verschiedene Berufe haben und unterschiedliche Wege beschritten - die Musik verbindet sie.

Kay Wegner (30) ist der einzige Berufsmusiker unter ihnen. Er wohnt in der Nähe von Schwaan und ist in ganz Deutschland unterwegs. "Ich spiele in fünf Bands", erzählt er. Der Keyboarder spielt Reggae, ein bisschen Klassik, Pop, Folk und Jazz. Als Zehnjähriger begann er mit einem kleinen Keyboard. Als André Hamann ihn anrief und erzählte, sie suchten einen Keyboarder, sagte er sofort zu. "Die Musik hat mich einfach begeistert", so Kay Wegner.

Olaf Schulz (43) aus Sarmstorf schreibt die Liedtexte für "Ablandig". Er textet seit seiner Jugendzeit, was ihn bewegt. "Begeistert hat mich in den 1980er-Jahren die Musik von AC/DC, so bin ich überhaupt zum Gitarre spielen gekommen", erzählt er. Der Autodidakt hat in Güstrow in verschiedenen Bands gespielt - bei "Damien Breed" und "Seelenwinter", deren Platten weltweit verkauft wurden. Früher mochte er eher Musikrichtungen wie Hardrock oder Metal. "Heute lasse ich es etwas ruhiger angehen", so der 43-Jährige. Jazzanteile, Swing, Tango und brasilianische Musikstile bringen die Musiker in ihren Songs zusammen.

Durch Vater Wolfgang kam Jens Kirk zur Musik. Damals habe er es als Zwang empfunden, Musikunterricht zu nehmen. Inzwischen sieht das anders aus. Als Jugendlicher nahm er seine Gitarre und brachte sich einiges bei. U.a. spielte er als Bassist mit Olaf Schulz in der Band "Kaltwelt". Dass der Gremmeliner jetzt am Schlagzeug sitzt, ist etwas völlig Neues für ihn. Aber für die anderen drei war schnell klar: Watt mutt, dat mutt.

Vierter im Bunde ist André Hamann (42), bekannt durch seine Arbeit als Fotograf und zuvor bei der SVZ. In der Band hält er nicht seine Kamera sondern seine "alte Lady"- einen Kontrabass von 1875 - in den Händen. Mit ihr sorgt er für einen runden Bass im stimmigen Quartett. Etwa zwölf Jahre alt war er als er auf der Gitarre Unterricht erhielt. Damals habe ihn wohl eher die hübsche, noch junge Lehrerin in Klueß gelockt. Doch die Musik ließ André "Jeff" Hamann nicht mehr los. Er kam zum Bass in der Band "Pasttime", da war er 16. Nach der Wende spielte er bei "Grace Force" und der Reggae/Ska-Kapelle "Ek’Pe Mog" - in der auch Kay Wegner an den Tasten stand.

Vier Männer, von unterschiedlichen Einflüssen geprägt, haben sich in "Ablandig" zusammen getan. "Die Chemie stimmt", sagt André Hamann. "Andere gehen segeln oder spielen Golf und wir machen eben Musik", sagt er. Weil jeder seinem Beruf nachgeht, ist nur eine wöchentliche Probe möglich. Doch vor Auftritten soll auch häufiger musiziert werden. Für ihre Musik würden kleine Klubs oder ähnliche Lokalitäten gut passen. Was sie sich wünschen? Als Vorband für "Keimzeit" zu spielen. Da würden sie gut hinpassen.

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