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Festspiele in Güstrow : Premiere für Domgemeindehaus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern siedelten Tag 2 des Projektes „Pavillon Mittelalter“ in Güstrow an.

Eine musikalische Reise ins Mittelalters konnten die Güstrower am Sonnabend unternehmen. Auf der ständigen Suche nach neuen, interessanten Formaten haben die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr einen dreitägigen Exkurs in die Vergangenheit angeboten. Den Auftakt zum „Pavillon Mittelalter“ gab es am Freitag in Greifswald, der Schlussakkord erklang gestern in Zarrentin. Gleich vier Veranstaltungen hatten die Organisatoren der Festspiele am Tag 2 nach Güstrow gelegt.

Mit einer Podiumsdiskussion feierte dabei das Gemeindehaus der Domgemeinde eine Premiere als Location der Festspiele. In kurzweiliger Form diskutierte der renommierte Musikexperte Bernhard Morbach mit zwei Mitgliedern des Vocalensembles „amarcord“ über den Einfluss der Musik des Mittelalters auf heutige Kompositionen und Hörgewohnheiten. Dabei erfuhr der Besucher, dass der Name „amarcord“ auf einen Titel des italienischen Regisseurs Federico Fellini zurückgeht und die Übersetzung „Ich erinnere mich“ durchaus Programm des in Leipzig ansässigen Ensembles ist. „Das Interessante an so alter Musik ist, dass meist nur unzulängliche Überlieferungen existieren und der heutige Musiker das Original von sich aus erneuern muss“, erzählte einer der Musiker in der mit Klangbeispielen bereicherten Diskussionsrunde. Am Abend trat „amarcord“ im Dom in der „Klangkathedrale im Licht“ auf.

Cornelia Dettmann wollte sich auf der Podiumsdiskussion Appetit auf das Abendkonzert holen. „Ich mag mittelalterliche Musik und habe auch schon ‚amarcord‘ gehört. Vor allem aber freue ich mich auf die zweite Veranstaltung, das Porträtkonzert zu Hildegard von Bingen“, sagte die Güstrowerin in Vorfreude auf die nächste Veranstaltung, die am Nachmittag im Renaissanceschloss avisiert war.

Nach dieser ebenfalls von Morbach moderierten Veranstaltung stand im Festsaal eine Art Werkstatt auf dem Programm. Gegenstand war Carl Orffs szenische Kantate „Carmina Burana“, die er nach der Kenntnis der „Beurer Lieder“, einer Anthologie von Lied- und Dramentexten des 11. und 12. Jahrhunderts, 1935/36 schuf. Im Vortrag von Bernhard Morbach führten Mitglieder der Güstrower Kantorei unter der Leitung von Martin Ohse einige Stücke der Kantate auf. „Vor zirka einem Jahr trat die Festspielleitung an uns heran und unterbreitete den Vorschlag für diese Werkstattform. Wir haben zugestimmt und Mitwirkende gesucht. Es hat, glaube ich, allen Beteiligten Spaß gemacht. Und das schon bei den Proben“, berichtete Martin Ohse nach der mit viel Applaus aufgenommenen Veranstaltung.

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