Tansaniakreis von Mecklenburgischer Landeskirche geehrt : Preis für Güstrower Hilfsprojekt in Afrika

Hilfe für Tansania: Tillmann Voss (l.) und Projektpartner Michael Mngara kaufen in der Distrikthauptstadt Same Material für die Schule in Mtii ein. Jeder Euro wird möglichst vor Ort ausgegeben.privat
Hilfe für Tansania: Tillmann Voss (l.) und Projektpartner Michael Mngara kaufen in der Distrikthauptstadt Same Material für die Schule in Mtii ein. Jeder Euro wird möglichst vor Ort ausgegeben.privat

Der Tansania- kreis der Domgemeinde Güstrow erhielt in Rostock den "Eine Welt"-Förderpreis der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. Das Projekt hilft die Lebensbedingungen von Kindern zu verbessern.

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13. November 2010, 03:56 Uhr

Güstrow/Rostock | Der Tansaniakreis der Domgemeinde Güstrow erhielt gestern in Rostock den "Eine Welt"-Förderpreis der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg. Höchste Anerkennung findet damit ein Projekt, das im tansanischen Mtii hilft, die Lebensbedingungen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen, insbesondere Aids-Waisen zu verbessern.

Vier Sozialarbeiter kümmern sich in Mtii um die Kinder. So können sie in ihrem sozialen Umfeld verbleiben. Es entstand ein Begegnungs- und Ausbildungszentrum in Mtii. Dort werden seit dem vergangenen Jahr die ersten 15 Mädchen zu Näherinnen ausgebildet. Eine Tischlerwerkstatt soll folgen.

"Wir sind nicht als weißer Mann mit tollen Ideen für Afrika gekommen. Das Projekt haben unsere tansanischen Partner entwickelt. Wir unterstützen es", erklärt Arnold Fuchs. Der Projektleiter freute sich gestern riesig über den mit 1500 Euro dotierten Preis. "Wir nehmen den Preis nur als Botschafter stellvertretend für unsere Partner in Mtii entgegen. Sie machen die Arbeit, ihnen gebührt die Anerkennung", betont Fuchs, der erst im Oktober in dem ostafrikanischen Land weilte. Mit den Sozialarbeitern sei er auch durch die Hütten gegangen. "Man wird ganz still", sagt er und fügt hinzu, dass er das Bild eines traumatisierten Jungen seitdem nicht mehr aus seinem Kopf bekommt. Ganz wichtig und nicht in Euro zu beziffern sei es, den Menschen in aussichtsloser Situation Hoffnung zu geben. Das gelinge zunehmend. Den Förderpreis werde der 15 Mitglieder starke Tansaniakreis in die weitere Projektarbeit stecken.

Um den Preis bewarben sich neun Gruppen und Einzelpersonen, die in den vergangenen zwei Jahren nachhaltige, innovative und nachahmungsfähige Aktivitäten für weltweite Gerechtigkeit starteten, informiert Jens-Peter Drewes. Der Landespastor für Mission und Ökumene der Landeskirche sprach von einer schweren Wahl. Jedes der Projekte habe die Jury auf seine Weise beeindruckt, so Drewes. Ziel des Förderpreises sei es, "in einer Zeit, in der Globalisierung als Problem gesehen wird, den Blick auf die Chancen lenken", so der Kirchenrat.

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