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Güstrow : Prävention bei P flege das Wichtigste

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mitarbeiter des Pflegestützpunktes ziehen nach zweieinhalb Jahres positives Fazit / Hilfestellungen für Betroffene und Angehörige

„Ich möchte wissen, wie das im Ernstfall mit der Betreuung geregelt ist.“ Hilfe suchend wendet sich Ursula Schmidt* an Roswitha Sturmann und Andreas Nath vom Pflegestützpunkt Güstrow. „Bin ich im Notfall abgesichert, oder muss ich diese Betreuungsperson selbst bezahlen?“, taten sich bei der Güstrowerin gleich mehrere offene Fragen auf. „Meine Kinder wohnen nämlich nicht in der Nähe und mit 85 Jahren muss man ja auf alles gefasst sein. Ich kann zwar noch einkaufen und vieles selbst machen. Nur mit der Hausarbeit ist es nicht mehr ganz so einfach“, sprudelt es aus Ursula Schmidt heraus. Antworten auf ihre Fragen fand die 85-Jährige beim Pflegestützpunkt im Kreishaus am Wall in Güstrow, der 2011 als einer der ersten im Land öffnete.

Wann beantrage ich eine Pflegestufe? Wie kann ich Vorsorge treffen: Vollmacht, Betreuung, Patientenverfügung? Wie bereite ich mich auf die Pflege meiner Eltern vor? All dies sind Fragen, mit denen sich Betroffene oder Angehörige von Pflegebedürftigen seit rund zweieinhalb Jahren an den Pflegestützpunkt Güstrow wenden können. Finanziert wird dieser gemeinschaftlich vom Landkreis und den Pflegekassen, was Unabhängigkeit gewährleisten soll. „Gerade zu Beginn wurden wir jedoch weniger wahrgenommen, was jedoch auch auf die festen Strukturen der Pflegelandschaft zurückzuführen war. Die jährlich steigenden Zahlen machen mittlerweile jedoch deutlich, dass der Bedarf da ist, gerade auch aufgrund des demografischen Wandels“, sagt Sozialberater Andreas Nath.

Gemeinsam mit den beiden Pflegeberaterinnen Roswitha Sturmann und Simone Hilbrecht bietet der 43-Jährige deshalb dienstags und donnerstags Sprechstunden in der Kreisverwaltung am Wall an. An den übrigen Wochentagen macht das Team Hausbesuche und verschafft sich vor Ort ein Bild von der Situation oder besucht Netzwerkpartner wie Ärzte, Krankenhäuser und Pflegedienste im gesamten Einsatzgebiet des Landkreises. „Und wenn es nur die Ausgabe eines bestimmten Antragsformulars ist, sind wir froh, wenn Abhilfe geschaffen werden kann“, sagt Pflegeberaterin Roswitha Sturmann.

Doch gerade bei Betroffenen und ihren Angehörigen stellt die 58-Jährige seit Bestehen des Pflegestützpunktes ein gewisses Zögern fest, das teilweise bis hin zu Berührungsangst gehe. „In der Gesellschaft ist es immer noch ein Rand- und Tabuthema, sich die eigene, körperliche Schwäche einzugestehen“, meint sie. Genau hier sieht Andreas Nath, der seit Eröffnung des Stützpunktes dabei ist, den größten Nachholbedarf und einen Schwerpunkt für die Zukunft. „Der Großteil beschäftigt sich erst ernsthaft mit dem Thema Pflege, wenn es schon akut, sehr komplex und schwer wieder zu entflechten ist. Unser Anliegen ist es daher, präventiv zu arbeiten um im Ernstfall vorbereitet zu sein“, appelliert der 43-Jährige.

*Name von der Redaktion geändert

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