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Launiger Polit-Rückblick : Präsis von Fleischtöpfen geschubst

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Was 2014 so alles wichtig war: Ein etwas launiger Jahres-Rückblick in die Rathäuser der Region

Was war alles wichtig in der Region und im Land im Jahr 2014? Klar: Für Politiker gibt es nichts Wichtigeres, als rote Bänder zu durchschneiden. Landwirtschaftsminister Till Backhaus hat auch schon die Schere in der Hand. Doch dann ein Anruf übers Handy! Wer noch Wichtigeres kann das sein, der den geheiligten Scherenschnitt verzögert? Ministerpräsident, Kanzlerin, Putin? Oder gar Ehefrau Ivonne? Wichtig ist vor allem eins: Wichtig sein! Gilt nicht für lokale Politgrößen? Gilt auch für sie.


Wokrakow und wohl noch lange kein Ende


Für den Aufreger des Jahres sorgte der sonst so beschauliche Luftkurort. Dort stapft Bürgermeister Wolfgang Geistert in Hans-Erich Höpners Spuren. Und machte es noch besser als sein bei der Bürgermeisterwahl gar nicht der SPD angehöriger Güstrower Genosse. Wild angefeindet von sich in eine virtuelle Mehrheit hineinfantasierende CDU-Linke-Minderheit, beim Staatsanwalt angezeigt, juckt das den parteilosen Politterrier gar nicht – und marschiert gar gleich im ersten Wahlgang durch, die Möchtegernkonkurrenten einfach weggebissen. Ein Teil der Meute trollte sich und spielte, der Zeitung ein Foto in ihrem öffentlichen Ehrenamt verweigernd, fortan Kindergarten. Okay, nicht die Zeitung entscheidet, sondern die Wähler.

Belehrung der Heimatzeitung durch Christoph Küsters: Es muss aber was dran sein an der Affäre, die durch Krakow geistert! Vermutlich allein schon deshalb, weil es Neider seines Amtes so wollen. Was, das konnte der Linke-Frontmann und auch schon mal gescheiterte Geistert-Antagonist nicht so richtig aufklären. Konnte der Staatsanwalt auch schon nicht. Wahrscheinlich, weil der nicht selbst Bürgermeister werden will?

Apropos Zeitung: Den Mauerfall glatt verpennt hat der Güstrower SPD-Ortsverein. „In Absprache mit unserem Vorsitzenden war unser Gedanke, das in Form eines Artikels mit Bild zu veröffentlichen…“, wird geschrieben. Schmissiger Gedanke, der mit dem großen Vorsitzenden, und der Absprache. Kommt nur 25 Jahre zu spät. Nicht Parteien beschließen, wie was und wer in die Zeitung kommt. Nicht am Krakower See, nicht am Inselsee, nicht an der Recknitz. Sonst hätte sich die SPD ja gar nicht bilden müssen, sondern einfach SED sein können.


Statt Zoff nur noch Friede, Freude, Eierkuchen


Ach, Laage! Dort sind die schönen Zeiten des Zoffs um einen knorrigen Bürgermeister (der kommt später hier noch mal) endgültig vorbei. Anders als in Krakow, wo zur Sitzung der Stadtvertreter im Zuschauerbereich regelmäßig mehr Stühle besetzt sind als im Plenum, kommt in Laage fast gar keiner mehr. Wozu auch? Ist doch alles schon nach dem demokratischen Mehrheitsprinzip in Ausschüssen (Ausschüssen!) besprochen. Und den einen ollen Meckerbauern vom Dorf hat der schwarze Block locker im Sack. Tipp für Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst: Noch schneller ginge die Sitzung, würde sie gleich nur alles unterschreiben lassen, was sie verfasst hat. Würde eh’ nichts anderes bei rauskommen als nach „Sitzung“ genannter Nichtdiskussion. Und die Haushaltskonsolidierung schritte – eingesparte Sitzungsgelder! – noch schneller voran.


Alles neu macht der Wahl-Mai


In Laage und Krakow am See alles beim Alten, ordentlich gerumpelt hat’s dagegen im Güstrower Rathaus in diesem Jahr. Nein, nicht in der Mitte, wo einst Rabe Arin die Tauben vergraulte, sondern im Bodenstübchen. Unerhörtes passierte dort: Wurde doch der Stadtpräsident von seinen Genossen von den Fleischtöpfen weggeschubst! Auch sein Vorgänger, der Wolf Günter, darf nicht mehr die Stiege unters Dach ins Fraktionsstübchen hochschnaufen. Dafür hat jetzt der Renz Torsten die Regie übernommen. Wollte der doch schon immer in Güstrow, wenn auch eher eine Etage tiefer. Doch der rechnet kühl. Wenn in drei Jahren Bürgermeisterwahl ist, treten im gegnerischen Lager wohl zwei Alphatiere an: Und gegen den Sieger aus Schuldt vs. Heinze – null Chance! Dann doch jetzt lieber Präsident sein, klingt ja auch nicht schlecht.


Kreistag kreißt seinen letzten Abgeordneten


Der Dr. Oettker , äh Oettinger, ist in Brüssel, und das ist so weit weg. Bürokratie kommt dort gar nicht erst an. Und so kriegt der solch ein Panoptikum wie jenes um das Wahlergebnis für den neuen Kreistag gar nicht mit. Monatelang musste Uwe Heinze, der frühere Laager Bürgermeister, auf sein Mandat warten. (Der kann jetzt aber gar nichts dafür!) Dabei war von Anfang an alles klar: Heinze hat das Mandat, es gab nur zwischendurch einen Übermittlungsfehler! Und der muss schließlich geheilt werden, nach allen Regeln der politärztlichen Kunst: Dazu wird erst mal ein Ausschuss gebildet, der prüft, was völlig klar ist. Dann empfiehlt er, was völlig klar ist. Und dann beschließt der Kreistag, was völlig… Sie wissen schon (Die Beschreibung des Verfahrens haben wir zur besseren Verständlichkeit stark abgekürzt/Red.).

 

 

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