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SVZ-Serie „Chorgeflüster“ : Postlerinnen starteten vor 45 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Chorgeflüster“: „Güstrower Mädels“ feiern in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestrehen mit einem Festkonzert am 18. Juni.

„Lass die Sonne in dein Herz“ – mit diesem Lied singen die „Güstrower Mädels“ wohl jedem ihrer Zuhörer in die Seele. Das schmettern die derzeit 33 Frauen auch häufig während ihrer Probe in den Räumen des Diakonie-Pflegeheims in der Schnoienstraße. Sie alle vereint die Liebe zur Musik – einige schon 45 Jahre lang. Darum wird in diesem Jahr auch kräftig gefeiert.

Am 4. Oktober 1972 hatten sich acht Postlerinnen zusammen gefunden und unter Leitung von Gerda Warstadt den Postfrauenchor gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehört unter anderem Leni Martini, die noch heute als ältestes Mitglied im Chor singt. Das ist auch deshalb eine besondere Leistung, weil der Chor alle seine Lieder auswendig singt. „Ich habe schon immer gern gesungen“, sagt die 86-Jährige.

1973 übernahm Inge Pocher die musikalische Leitung und hielt mit ihrem Akkordeon dem Chor die Treue. „Mit unserer Inge hatten wir nach der Wende unseren ersten Auftritt in Hamburg“, erinnern sich die langjährigen Mitglieder. Wo immer Veranstaltungen kulturell umrahmt werden sollten, war der Chor zur Stelle.

Von dem ersten Jahr an dabei ist auch Brigitte Seemann, die viele Jahre lang als Vorsitzende des Vereins agierte. „Die Gemeinschaft hat mir immer sehr gefallen“, erklärt sie. Außerdem halte das Singen auch jung, ist sie überzeugt. Noch heute ist es die Freude an der Musik, die sie begeistert. Die ist auch bei der 75-jährigen Mariechen Janke groß. „Eine Mitarbeiterin der Post hatte mich damals angesprochen und ich bin dabei geblieben“, erzählt sie.

Jeden Mittwochabend treffen sich die „Güstrower Mädels“ in der Schnoienstraße. Hier haben sie alles, was sie brauchen und können ihre Lieder einüben. Derzeit proben sie an ihrem Frühlingsprogramm, das am 21. April in Lohmen gesungen wird. Stets das passende Programm zu finden, daran hat natürlich Chorleiter Gerald Uhlendorf einen großen Anteil. Er sucht nicht nur das Liedgut für die Damen aus, sondern er arrangiert die Lieder extra für sie. Seit 1996 gibt er dem Chor seine ganz persönliche Note. Er hat ein völlig neues Repertoire mit ihnen erarbeitet. „Alle zwei bis drei Jahre gibt es eine völlig neue Ausrichtung“, erklärt Gerald Uhlendorf. Über 100 Lieder seien immer abrufbar.

Was mit einer gesellschaftlichen Verpflichtung begann wird heute mit Freude und als Entspannung fortgesetzt. Außerdem dient es der Kopfarbeit. 2002 erhielt der Postchor schließlich seinen heutigen Namen. Der wurde übrigens durch den Chorleiter geprägt, als er immer wieder fragte: „Na Mädels alles klar?“ Seine „Güstrower Mädels“ sind dem professionellen Musiker wichtig, der die Musik für die Lieder selbst gestaltet. „Ich freue mich wenn ich hier zur Probe komme und ich freue mich auf jeden Auftritt, weil ich weiß, das ist ne tolle Mannschaft“, sagt er. Gerade bei Auftritten seien die Sänger immer besonders gut, lobt er weiter.

Das können Zuhörer gern testen. Denn das Jubiläumsprogramm unter dem Motto „Liebe“ wird bei einem Festkonzert anlässlich des 45-jährigen Bestehens am 18. Juni um 16 Uhr im Güstrower Kurhaus präsentiert.


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