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Wohnen in Laage : Plauderstunde mit treuen Mietern der ersten Stunde

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sieben Mietparteien der Laager Wohnungsgesellschaft wohnen seit 50 Jahren in der Rudolf-Harbig-Straße

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Sie wohnen seit 50 Jahren in der Rudolf-Harbig-Straße in Laage. Als dort die ersten Neubaublöcke 1965 fertig waren, zogen sie ein. Die Laager Wohnungsgesellschaft Laage (LWG) lud gestern sieben Mietparteien zu einer Plauderstunde bei Kaffee und Kuchen ein. „50 Jahre in einer Wohnung – das ist schon eine Seltenheit“, erklärte LWG-Geschäftsführer Karl-Heinz Schwarz und bedankte sich bei den treuen Mietern.

„Alle waren damals voller Freude“, erinnert sich Charlotte Taschner (78). „Wir hatten auf einmal ein Bad. Das allein war schon eine ungeheuere Verbesserung“, fügt Gertrud Willert (79) hinzu. Auch der Balkon gehörte zu den Pluspunkten, hieß es gestern in der Runde der Wohn-Jubilare. Ein bisschen chaotisch sei es damals gewesen, erzählt Ewald Taschner (81). „Hier gab es so viele Pfützen, dass man ohne Gummistiefel gar nicht auskam“, erinnert er sich. Um die Situation zu verbessern, hätten die Bewohner selbst mit angepackt. Er selbst hatte einen Baubetrieb im Rücken, der auch mal mit Splitt geholfen habe. Und überhaupt: An den Außenanlagen wurde immer viel selbst von den Mietern gemacht. „Von der Stadt haben wir im Jahr 150 Mark dafür bekommen. Das reichte für eine schöne Party“, erzählt Ewald Taschner.

Maria Thurow (70) weiß noch genau, dass sie mit ihrem Mann ins Rathaus bestellt wurde. Dort gab es eine große Tafel. „Wir waren so froh, dass auch unser Name darauf stand“, berichtet sie. Zuvor habe man kurz bei den Schwiegereltern gewohnt. Noch heute wohnt sie im 4. Stock noch immer in derselben Wohnung. Mit einem Kind habe man damals nur eine Zweiraumwohnung bekommen können. „Alle Mühen um eine größere Wohnung waren vergebens“, erinnert sich die heute 70-Jährige und ärgert sich noch immer darüber.

Auch Gertrud und Paul-Friedrich Willert wohnen im 4. Stock. Zunächst hatten sie im selben Aufgang ganz unten gewohnt. „Oben gefiel es uns besser. Wir waren jung. Heute ist es sehr beschwerlich geworden“, erzählt Gertrud Willert. Die Kohlen hinauf zu schleppen habe ihnen damals nichts ausgemacht. Heute werde es immer schwieriger die Treppen zu steigen. „Wir hoffen auf einen Fahrstuhl“, sagt Gertrud Willert.

Der LWG-Geschäftsführer kennt den Wunsch vieler Mieter. Und konnte gestern zumindest ankündigen, dass man am Wohnblock Rudolf-Harbig-Straße 26-29 im nächsten Jahr Aufzüge anbauen möchte. Schwarz hofft auf eine Unterstützung aus einem Landesförderprogramm für altengerechtes Wohnen. Drei Aufgänge würden einen Aufzug, der dann auf halber Treppe hält, bekommen. Zunächst hatte man Fahrstühle im Innern des Hauses favorisiert. Aber bei dieser Variante würde Wohnraum verloren gehen. Das könne man sich nicht leisten. 164 Wohnungen hat die LWG an der Rudolf-Harbig-Straße. Daneben gibt es mit der Wohnungsbaugenossenschaft einen weiteren Vermieter in dem Areal. „Wir haben hier keinen dauerhaften Leerstand. Frei ist eine Wohnung nur für eine begrenzte Zeit, wenn umgezogen wird“, berichtet Schwarz.

In Laage wohne man gern in der Rudolf-Harbig-Straße. Er lobt die Infrastruktur. Zum Einkaufen, zum Arzt und zum Bahnhof käme man problemlos auch zu Fuß. Die Laager Wohnungsgesellschaft habe viele ältere, aber auch jüngere Mieter in der Rudolf-Harbig-Straße. Immer wenn sich die Gelegenheit bietet, würden ältere Mieter in die Erdgeschosswohnungen umziehen. Dann würden diese zumindest weitgehend barrierefrei hergerichtet, informiert der LWG-Geschäftsführer.

 

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