Morgen Premiere : Plau schnuppert Theaterluft

Fast täglich probt Jörg Mayer im Plauer Burgmuseum. Mayer nimmt Ernst Alban mit auf eine aufschlussreiche Reise durchs Land und zu Leuten.
Fast täglich probt Jörg Mayer im Plauer Burgmuseum. Mayer nimmt Ernst Alban mit auf eine aufschlussreiche Reise durchs Land und zu Leuten.

Premiere am 13. Juni: Jörg Mayer inszeniert das Leben Dr. Ernst Albans als eine Mischung aus Fiktion und gut recherchierten Fakten

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12. Juni 2015, 06:00 Uhr

Die Burg, den See, eine tolle Innenstadt. Plau hat viel Reizvolles. Theater gehörte bislang nicht unbedingt dazu. Jörg Mayer will das ändern. Neben seinen Schauspielengagements in Trier, Ingolstadt und Erfurt und seiner Arbeit als Logopäde hat er als Schauspieler und Autor an den bis heute stattfindenden Erlebnisführungen in Trier mitgewirkt. Mayer führte als Gladiator Valerius durch das Amphitheater und als Tribun Mallobaudes durch die Kaiserthermen. „Es hat sich gezeigt, dass die Mischung aus Fiktion und gut recherchierten Fakten gerne besucht wird. Von Touristen, Einheimischen aber auch Schulklassen“, meint Jörg Mayer.

Was in Trier geht, funktioniert – wenn auch etwas kleiner – vielleicht auch in Plau, hofft Mayer und hat in den vergangenen Monaten intensiv an einem Stück, einer Plauer Inszenierung, gearbeitet. Statt szenisch durch ein Gebäude zu führen, kann man ihn ab dem Wochenende bei einer szenischen Führung durch das Leben einer Mecklenburger, geschichtlich einflussreichen Persönlichkeit, nämlich dem Multitalent Dr. Ernst Alban erleben. Morgen ist Premiere.

Alban, der als Theologe, Arzt, Maschinenbauer, Landschaftsmaler und Komponist Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts die bewegten Zeiten von französischer Revolution, Befreiungskriegen gegen Napoleon und deutscher Revolution 1848 in Mecklenburg erlebt hat. So prägte Dr. Alban die industrielle Entwicklung auch in Güstrow als Technischer Leiter der Maschinenbauanstalt mit Eisengießerei wesentlich mit.

Am Anfang stand in Plau am See die Frage, wie kann es gelingen – durch Schauspiel angeregt – Verständnis und Einsicht zu entwickeln in das, was diesen Menschen zu seiner Zeit bewegt und angetrieben hat. Jetzt, wenige Tage vor Generalprobe und Premiere, ist Jörg Mayers Ziel klar: Mit seinem Versuch, Fiktion und Recherche in Einklang zu bringen, will er möglichst viele Zuschauer ansprechen. Nicht nur ernst, sondern auch heiter.

„Ein bisschen Ernst, ein bisschen Alban – aus dem Leben eines Mecklenburger Erfinders“ soll erst der Anfang einer Reihe von Stücken sein, die jedes für sich immer angehängt sein sollen an berühmte Persönlichkeiten aus der Geschichte Mecklenburgs. „Stellen Sie sich einen Urlauber in Mecklenburg vor. Er genießt sein Hobby, die schöne Natur, die freie Zeit und kann jeden Tag an einem anderen Ort etwas über die Menschen, die Geschichte und Zeitströmungen der Region durch ein Theaterstück erfahren. Das fände ich wunderbar. Und das zu initiieren, wäre mir eine Freude“, gesteht Jörg Mayer am Rande einer Probe.

Für den Anfang hat der Schauspieler bewusst den Rahmen einer Werkstattaufführung gewählt und ist dankbar, dass er im Plauer Heimatmuseum eine „so freundliche und kostenlose Möglichkeit erhalten habe, den Anfang zu wagen“. „Ich würde mich freuen, wenn es mir gelingt, für diese Form des Theaters interessierte Mitstreiter zu gewinnen, Künstler zu generieren und mit ihnen einen gemeinnützigen Verein zu gründen“, schaut Jörg Mayer in die Zukunft. „Ein solcher Verein könnte sich dafür einsetzen, dass weitere Stücke über interessante Figuren und Epochen in Mecklenburg erarbeitet und aufgeführt werden können. Selbst in der touristen freien Zeit“, spinnt Mayer den Faden noch ein wenig weiter.

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